Mozartwoche 26 Spezial - Backstage

Shownotes

Wo geschieht die eigentlich Magie der Oper? Was wir im Zuschauerraum erleben, wirkt oft mühelos und leicht. Doch hinter der Bühne tut sich noch eine ganz eigene Welt auf. In dieser Folge nehmen wir Sie mit hinter die Bühnen. Diese Backstage-Folge führt mitten hinein in die Abläufe der Mozartwoche 2026: zuerst hinter die Kulissen der Marionetten-Oper „Der Alte Baum“ und dann zur großen szenischen Produktion der Zauberflöte . Wir nehmen Sie mit zu den Menschen, die im Hintergrund die Fäden zusammenhalten, Wege freiräumen, Einsätze koordinieren und Entscheidungen in Sekunden treffen, damit auf der Bühne am Ende genau das passiert, was uns so leicht und natürlich vorkommt.

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00:00:01: Wir sind Mozart, der Podcast der internationalen Stiftung Mozartium.

00:00:10: Herzlich willkommen zu unserem großen Finale der Podcast Mozartwochenbegleitung.

00:00:15: Zum Abschluss laden wir sie nochmal auf eine spannende Reise hinter die Kulissen ein.

00:00:20: Ich habe während der Mozartwoche zwei szenische Produktionen besucht und nehme sie jetzt mit Backstage vom Anfang bis zum Ende eines Opernabends.

00:00:28: Und wahrscheinlich werden sie genauso erstaunt sein wie ich, was alles und vor allem wie viele Menschen nötig sind, um uns einen reibungslosen Abend zu bescheren.

00:00:36: Großes Highlight war dieses Jahr natürlich Rolando Via Sons Zauberflöten-Neuproduktion.

00:00:41: im Haus für Mozart und im Marionettentheater wurde die Marionettenoper der alte Baum wieder aufgenommen.

00:00:48: Diese Produktion wurde vor drei Jahren bei der Mozartwoche Uhr aufgeführt.

00:00:52: Schon damals mit von der Partie Philipp Brunner.

00:00:55: Er war für die Konzeption und die Dramatur Gides stücks zuständig.

00:00:58: Darin geht es um die Puppe Franzi, deren Lieblingsbaum gefällt wird, worauf sie mit ihrem Freund Moe beschließt, für die Umwelt einzustehen und die Natur zu retten.

00:01:06: Eine abenteuerliche Reise beginnt.

00:01:09: Ich habe Philipp vor der Vorstellung im Marionettentheater getroffen.

00:01:12: Zwischen den wunderschönen Figuren hat er mir erzählt, wie viele Menschen vor und hinter der kleinen Marionettenbühne dafür sorgen, dass Franzis fantastische Reise gelingt.

00:01:21: Also es sind jetzt bei uns acht Puppenspieler und dann kommen dazu drei Sänger.

00:01:28: Und nochmal sieben Leute in dem kleinen Kammerorchester.

00:01:32: Also für unser Theater schon wirklich ein großes Ding.

00:01:36: Und die Musiker passen auch gerade vorne knapp vor die Bühne.

00:01:42: Aber ich glaube, in dem kleinen Rahmen ist es sehr schön und das funktioniert auch akustisch, glaube ich, sehr gut im Saal.

00:01:50: Und für uns ist das immer eine... große Freude, wenn Livemusik dabei ist.

00:01:54: Das ist so inspirierend, auch wenn wir die Musiker nicht sehen, weil wir ja abgeschirmt sind, weil wir auch zwei Meter über denen stehen, aber wir spüren sie halt.

00:02:07: Und dieses aufeinander reagieren, aufeinander eingehen, ist wirklich ein ganz tolles Gefühl.

00:02:13: Das habe ich mich nämlich gestern

00:02:14: gefragt.

00:02:15: Als ich drin saß, wer gibt da so ein bisschen das

00:02:17: Tempo vor?

00:02:18: Seid

00:02:18: ihr das an den Puppen oder sind es die

00:02:21: Musikerinnen und Musiker?

00:02:22: Sowohl als auch.

00:02:24: Wir nehmen natürlich viel auf von der Musik.

00:02:27: Aber es gibt durchaus auch Absprachen, wo die Puppe quasi Einsätze gibt oder wo die Musik auf die Szene reagiert.

00:02:37: Das muss vorher alles erarbeitet werden.

00:02:40: Aber das spielt sich dann wirklich gut ein.

00:02:43: Und es dann eigentlich läuft dann ganz automatisch.

00:02:47: Hast

00:02:48: du ein Beispiel für so einen Einsatz?

00:02:50: Gibst du zum Beispiel

00:02:50: mal einen Einsatz?

00:02:52: Also ich gebe zum Beispiel mal einen Einsatz, wenn ich mit dem Papafiguro einfach mich auch nach vorne drehe und dann weiß der Sänger, jetzt muss ich mit dem Text beginnen.

00:03:03: Oder solche Sachen, das sind so kleine Absprachen.

00:03:08: Manchmal sind es größere Aktionen, manchmal kleinere.

00:03:12: kommt ganz drauf an.

00:03:14: Aber es ist sehr wichtig, dass alle wissen, was wann stattfindet.

00:03:18: Deswegen haben wir zum Beispiel bei den Proben jetzt, wo wir alles wieder zusammengefügt haben, auch die Sänger.

00:03:25: zum Beispiel zwei Tage lang so gestellt, dass sie die Bühne sehen, dass sie alles aufnehmen, was auf der Bühne passiert, weil sie ja bei der Vorstellung natürlich ins Publikum singen und quasi die pupenspielerische Aktion im Rücken haben.

00:03:41: Und diese Aktion ist Action geladen.

00:03:43: Was besonders schön bei dieser Produktion ist, es gibt ganz viele liebevoll gestaltete Details.

00:03:48: Kleine Vögelchen fliegen durch die Kulisse und überhaupt sind einige lustige Tiere unterwegs.

00:03:53: und auch die Kulisse von Franzis Baum über die Werkstatt von ihrem Papafiguro strotzen vor Detailverliebtheit.

00:04:00: Da haben Philipp und Co.

00:04:01: hinter der Bühne wortwörtlich alle Hände voll zu tun.

00:04:04: Auf einer Brücke über dem Bühnenkasten stehen die Puppenspielerinnen und Spieler und manchmal auch darunter.

00:04:10: Wie viele sind das insgesamt?

00:04:14: Jetzt vier, fünf Leute nebeneinander, aber dann teilweise auch in der Unterbühne.

00:04:20: Wir wechseln die ganze Zeit von oben nach unten, rennen rauf und runter.

00:04:27: Es gibt in diesem Stück nicht so viele große Massenszenen.

00:04:30: Insofern hält sich das ein bisschen im Rahmen mit der Brücke, wie viele da oben sind.

00:04:39: Es ist schon intensiv, also es sind seventy-fünf Minuten, die das Stück dauert und da sind wir durchaus schon gefordert.

00:04:47: Ich habe mir das vor allem gedacht, wenn die dann in die Reise mit dem Ballon machen, das ist ja dann der große Umbau mit

00:04:53: dem Abolo.

00:04:54: Genau.

00:04:56: Da laufen

00:04:56: wir dann hoch und runter, oder?

00:04:58: Ja, da laufen wir alle hoch und runter, sind beschäftigt, also nachdem wir die Rollen abgespielt haben, bauen wir dann um und jeder hat natürlich absolut seine eingeteilten Handgriffe und jeder weiß genau, was er zu tun hat, weil es läuft die Musik parallel dazu weiter und es muss natürlich in dieser Zeit auch abgeschlossen werden.

00:05:18: Also wir haben da keinen extra Zeit oder einen Knopf, wo wir dann drücken können, wir brauchen noch eine Minute.

00:05:24: Das geht nicht.

00:05:25: Es muss weitergehen und es muss auch geschafft werden in der Zeit, aber das haben wir natürlich geübt und einstudiert.

00:05:32: Insofern, nein heben.

00:05:37: Ja, cool.

00:05:38: Du sitzt hier so ganz gechillt, in einer guten Viertelstunde geht es los.

00:05:41: Bereitet ihr euch irgendwie besonders vor?

00:05:44: Also eigentlich beginnt die Vorbereitung, indem wir ungefähr anderthalb Stunden Vorstellungsbegehung kommen.

00:05:52: Meistens dann mit dem Bühnenaufbau oder... dann mit dem Umbau von gestern, wo wir es ja gespielt haben, vom letzten Bild wieder aufs erste Bild alles einzurichten.

00:06:02: Und da, das ist schon auch eine Tätigkeit, wo man sich dann auch wieder darauf einstellt, also wo man dann auch wieder sich natürlich in die Welt begibt, damit befasst, jeder überprüft auch nochmal seine Figuren.

00:06:16: Die werden alle noch mal wirklich gerichtet, ganz genau angeschaut, dass auch alle Fäden fest sind, dass alles gut ist mit den Figuren.

00:06:25: Und diese Vorbereitung empfinde ich als sehr wichtig.

00:06:29: Also das ist weniger eine Fingerübung, sage ich mal, aber die mentale Einstellung auf das Stück und auf die Produktion.

00:06:37: Die Zeit kriegt Philipp natürlich auch noch und ich kriege einen sicheren Platz über der Brücke, von dem aus ich das Geschehen unten auf der Bühne, aber vor allem auf der Brücke und in der Kulisse gut sehen kann.

00:06:48: Und tatsächlich, hier machen alle alles.

00:06:50: Philipp schnappt sich die Puppe des Holzfellers Woody, lässt ihn locker über die Bühne laufen und dann läuft auch schon eher runter zur Unterbühne und schnappt sich ein kleines Kartonschild, auf dem ein Aufruf zur Umweltrettung steht.

00:07:01: Wie Blumen strecken er und seine Kollegen die Hände von unten aus dem Bühnenboden hoch zu Puppe Franzi, die ebenfalls ein Schild gereichten kommt.

00:07:09: Und so läuft das Rhegetreiben gut ein.

00:07:11: ein Viertelstunden, untermalt von einer Zusammenstellung aus Mozarts schönsten und bekanntesten Ahren.

00:07:30: Am Ende sind vor und auch hinter der Bühne alle begeistert.

00:07:33: Ja,

00:07:34: es war eine schöne Vorstellung, hat Spaß gemacht.

00:07:36: Und noch einer strahlt über beide Ohren.

00:07:39: Paul Schweine ist da.

00:07:40: Der Tenor leitet nicht nur Franzis Freund Mo seine Stimme, er ist auch der Regisseur und hat sich vor drei Jahren das Konzept überlegt.

00:07:47: Wunderbar, heute waren viel mehr Kinder da.

00:07:49: Und das ist noch das Schöne, weil es ist ja doch irgendwie ... Sinn und, nein, nicht Sinn und Zweck, das kann man wohl nicht sagen, aber ein Ziel ist schon, auch die Kinder irgendwie auf diese Musik einzuspielen, ihnen die Dringlichkeit, die da drinnen ist und die Freude mitzugeben, aber natürlich auch das Thema irgendwie mit einer positive Art für ihre Werte einzustehen.

00:08:11: Also einfach eine moralische Botschaft nicht aufdrängen, sondern für die begeistern.

00:08:16: Das ist eigentlich der Wunsch, so.

00:08:18: Ich habe von der Puppenspieler-Seite

00:08:23: abgefragt,

00:08:25: du stehst

00:08:25: manchmal mit dem

00:08:26: Rücken zur Bühne, weil du logischerweise ins Publikum singst.

00:08:29: Manchmal

00:08:29: guckst du aber auch so rein.

00:08:31: Worauf

00:08:32: achtest du da?

00:08:35: Es gibt die neuralgischen Punkte, wo die Puppen Dinge nehmen und erst dann was sagen können, weil sie was präsentieren oder weil sie eine Flöte spielen müssen oder weil wir ... uns Dinge vereinbart haben.

00:08:49: Okay, ich geh auf die Knie, sag dann den Text.

00:08:51: Oder ich schampfe auf.

00:08:53: Ich achte dann, wo die Cues, die wir uns ausgemacht haben, umgesetzt werden, um dann den Text zu sagen.

00:08:59: Und natürlich, weil ich sie inszeniert habe, bin ich dann neugierig, ob meine Puppen auch das machen, was ich ihnen gesagt habe.

00:09:06: Oder was war eine gute Idee?

00:09:08: Oder was kann ich noch ändern?

00:09:10: Oder was möchte ich noch ändern?

00:09:11: Aber es ist dann... Irgendwann muss man es auch laufen lassen, ist auch ganz wichtig.

00:09:17: Wenn dieser Podcast erscheint, gibt es noch eine Vorstellung vom alten Baum bei der Mozartwoche am einundreißigsten Jenner.

00:09:23: Paul werden wir übrigens gleich wieder treffen, denn er singt in der Zauberflöte heuer auch den Manostatos.

00:09:29: Und damit rüber ins Haus für Mozart.

00:09:31: Hier sind schon wesentlich mehr Menschen mit der Vorbereitung des Opern abends beschäftigt.

00:09:36: Trotzdem herrscht eine halbe Stunde vor der Produktion gelöste und fröhliche Stimmung hinter der Kulisse.

00:09:41: Viele in schwarz gekleidete Helfer, Technikerinnen und Mitglieder der Garderobe rücken Requisiten und Kleiderstände an die richtigen Stellen.

00:09:47: Den Überblick über das wuselige Treiben haben die Inspezientinnen.

00:09:51: Eine von ihnen ist Froni.

00:09:53: Ihre Aufgabe an diesem Abend ist es, Einsätze zu geben, zu achten, dass alle an Ort und Stelle sind und vor allem zum Auftritt.

00:10:00: Ihre Kollegin Kirsten sorgt dafür, dass rund um die Bühne alle einsatzbereit sind.

00:10:05: Auch die beiden Frauen sind ganz wie Philipp Drüben im Marionettentheater gelöst und voller Vorfreude auf den Abend.

00:10:11: Dann ist es halb acht und es geht los.

00:10:14: Während des ersten Aktes ist es stellenweise ganz schön voll hinter der Bühne.

00:10:18: Röcke werden gewechselt, Masken aufgesetzt und einmal steht sogar der Chor an der Seitenbühne und singt.

00:10:41: Apropos Arastro, aus unserer Schufeurfolge schulde ich Ihnen ja noch die letzte Antwort aus unserem Gespräch mit Franz Josef Selig, der Sarastro singt und das ja nicht zum ersten Mal.

00:10:53: Das kann ich wohl mit Fug und Recht behaupten, da ich jetzt fing mit Sarastro an bei mir.

00:11:01: Also ich war eigentlich Kersmusiker und wurde dann zum Gesang entdeckt.

00:11:07: und das Erste, was ich dann als Oper sang, das war Konzertant, eben Sarastro in einer Zauberflöte.

00:11:16: und da hat mich damals der Intendant vom Essener Altotheater entdeckt und so lange überredet, bis ich meinen Beruf als Käsemusiker in den Nagel gegangen habe und nach Essen damals ging und Opernsänger wurde von jetzt auf gleich.

00:11:31: was ich nie wollte.

00:11:33: Wirklich nicht!

00:11:33: Aber glücklicherweise wurde ich, ich sag mal, freundlich gezwungen.

00:11:38: Ja, zum Glück, denn es ist wirklich ein Genuss Franz Josef Selig als Zarrastro hören zu können.

00:11:43: Und überhaupt musikalisch ist diese Aufführung wirklich brillant.

00:11:47: Roberto González-Monjas leistet wirklich großartige Arbeit im Orchestergraben.

00:11:52: Und überhaupt, alles läuft gut.

00:11:54: Und in der Pause nehmen sich Froni und Kirsten Zeit, um mir ein paar Fragen zu beantworten.

00:11:58: Wann beginnt eigentlich so ein inspezientinnen Arbeitstag?

00:12:02: Ungefähr zwischen zwei Stunden und eineinhalb Stunden vorher, einfach um Kontakt aufzunehmen, mit der Technik zu schauen, ob es irgendwelche Probleme gab beim Aufbau, mich mit meiner Kollegin.

00:12:12: Wir sind zu zweit hier, wir sind ein Team zu treffen und abzustimmen, ob irgendwas war, ob man zum Beispiel müde ist oder ob irgendwas passiert ist, dass man gerade nicht in der Verfassung ist, dass man jetzt gerade direkt anfangen möchte.

00:12:25: Und dann kann man sich gemeinsam so ein bisschen eingrufen, eben mit allen Beteiligten zu schauen.

00:12:29: Wie geht's den Sängern?

00:12:30: Ist da irgendwas?

00:12:32: Und einfach zu wissen, gibt es irgendwas, wo muss man am Abend aufpassen?

00:12:36: Oder hat jemand besonderen Umarmungsbedarf?

00:12:39: So diese ganzen Dinge.

00:12:42: Genau, mein Job ist eigentlich in erster Linie vorher, in der Pause und nachher.

00:12:48: Ich versuche mich während der Vorstellung eher ein bisschen woanders aufzuhalten.

00:12:52: Ich bin in der Nähe, ich bin erreichbar.

00:12:54: Man kann mich relativ schnell kommen lassen, wenn irgendwas passiert, wenn es jemandem nicht gut geht oder wenn jemand irgendwas braucht.

00:13:01: Dadurch, dass aber relativ viel hinter der Bühne passiert, sehr viel Technik hinter der Bühne ist, viele Leute rumlaufen, versuche ich nicht auch noch dahinten zu sein, mich ein bisschen aufzuräumen, aber trotzdem für alle verfügbar zu sein und auch ein bisschen die Vorstellung mitzubekommen, auch ein bisschen vom Publikum mitzubekommen, wie ist die Stimmung, wie ist die Atmosphäre, um auch im Nachhinein, wenn Sänger sagen ja oder Darsteller sagen ja, da ist irgendwas schief gelaufen oder?

00:13:25: ich weiß nicht, das Publikum ist heute irgendwie ruhig oder ... Es gibt keine Zwischenerpläuse.

00:13:29: Was ist denn los, dass man da einfach auch ein bisschen Entstimmungsbild mit abgeben kann, was, was, warum vielleicht nicht der eigenen Stimmung entspricht oder dem eigenen Wunsch entspricht?

00:13:40: Genau.

00:13:40: Das hast du schon gerade gesagt, dass da nicht so viele hinter der Bühne sind.

00:13:44: Es ist schon viel los.

00:13:45: Habt ihr eine Zahl oder ungefähr einen Richtwert, wie viele Menschen sind da jetzt, sag ich mal, während des Aktes hinter der Bühne aktiv?

00:13:56: Boah, das ist eine gute Frage.

00:13:58: Also ich glaube an Technik sind zwischen fünfzehn und siebzehn Leuten.

00:14:05: Gar der Robbe auch.

00:14:05: Gar der Robbe auch in etwa.

00:14:07: Dann haben wir noch den einen oder anderen Maskenbildner auch noch mit hinten.

00:14:12: Zusätzlich natürlich die Feuerwehr, die über jeder Vorstellung da ist.

00:14:18: Kinderbetreuung.

00:14:18: Genau.

00:14:19: Knabenbetreuung.

00:14:21: Wie viel werden wir denn sein?

00:14:22: und dann noch die ganzen Darstellenden inklusive Chor.

00:14:25: Das sind wir dann ungefähr bei

00:14:27: achtzig?

00:14:28: Ja.

00:14:29: Also im Peak sicher, um die Achtzig wahrscheinlich.

00:14:34: Und Bruni, sage ich das richtig, wenn ich das so ausdrücke, dass du quasi die Felden in der Hand hast, also du koordinierst quasi diese ganzen Personen, die hinter der Bühne sind.

00:14:44: Ich versuch's.

00:14:46: Also wir sind ja, wie gesagt, zu zweit, wir sind ja ein Team und die Kollegin sitzt am Pult.

00:14:50: Das heißt, die macht die ganzen Einrufe, die macht auch viele der technischen Verwandlungen, aber gerade Verwandlungen, die sie nicht auf Sicht fahren kann, weil sie eben am Pult sitzt.

00:14:59: Zum Beispiel die ganzen Versenkungsfahrten, wo man einfach schauen muss, ist die Versenkung frei.

00:15:04: Die fahre ich.

00:15:06: Und natürlich die meisten Auftritte, weil sie halt ans Pult gebunden ist.

00:15:10: Ich renne viel rum, das nennt sich dann auch Seitenspezient.

00:15:13: und schaue, dass zum Beispiel die Technik dann abbaut, wenn sie abbauen soll und eben, dass ich denen die Ghost gebe, genauso irgendwie Vorwarnungen wie zum Beispiel, hier ist noch ein Glas stehen geblieben, könnte das jemand anderer mitnehmen und solche Dinge einfach zu reagieren.

00:15:28: Dass es so meinen Job unterhaltzuschauen, sind denn alle da, zum Beispiel im Vorhinein, wenn die Kollegin am Pult sitzt und versucht gerade die Show zu starten, im Sinne von Vorhänge auf und so weiter, dass ich da nochmal rum gehe und schaue, sind alle da.

00:15:43: Ich habe gesehen, du hast die Partitur in der Hand immer und alles andere.

00:15:48: hast du im Kopf diese Einsätze.

00:15:49: oder steht das da drin?

00:15:50: und ich habe es noch nicht gesehen?

00:15:52: Es steht drin, natürlich.

00:15:54: Das sind so klare Absprachen, die in den Proben einfach festgelegt werden, dass da auch kein Freiraum ist, muss auch sein.

00:16:01: Das ist kein Zufall, das ist alles tatsächlich reine Absprache und reines Training und darauf.

00:16:08: Dafür proben wir ja auch eben die sechs Wochen, um genau das rauszufinden, was ist das richtige Timing, wie lange brauchen die eben im Zweifelsfall, um nach vorne zu kommen, die Singenden, um dann eben ihren Einsatz noch zu kriegen, um den Dirigenten noch zu sehen und um nicht außer Atem zu sein.

00:16:23: Und genau dafür trainieren wir ja diese sechs Wochen.

00:16:26: Das heißt, du hast auch ein bisschen mit Einfluss, wie dann quasi so ein Ablauf ist, wenn du sagst, das können die nicht schaffen in der kurzen Zeit zum Beispiel.

00:16:35: aufzufahren, wie jetzt die drei Damen in der Zauberflöte zum Beispiel, jetzt einfach mal als der Lob ist Beispiel.

00:16:40: Ja genau, also der Einfluss ist eigentlich durch dann technische Dinge begrenzt, wie zum Beispiel eben Fahrzeiten, Maximalfahrzeiten, die mit Personen auf einer Versenkung zum Beispiel möglich sind.

00:16:52: Da gibt es vom Gesetz vorgegebene Dinge, da gibt es Grenzen, einfach wie schnell man mit Menschen auf einer Sache fahren darf, auch der Flug der Königin der Nacht oder die Flüge der Königin der Nacht.

00:17:03: sind eben dadurch begrenzt und das ist sozusagen gibt immer eine Mindestzahl vor, wie weit vorher man anfangen muss mit der Verwandlung, so nennen wir das.

00:17:15: Und genau, und dann gibt es natürlich Spielraum, wie weit vorher wollen wir die sehen, wollen wir die genau da sehen, wenn sie eigentlich den ersten Einsatz haben?

00:17:22: oder wollen wir sie schon vorher sehen, wollen wir, dass die irgendwie interagieren schon mit den handelnden Personen, die gerade auf der Bühne sind.

00:17:28: Und das ist dann eben die Aufgabe der Regie und das bekommen wir dann.

00:17:32: Ja, das erarbeiten wir dann eben im Laufe des Probenprozesses gemeinsam.

00:17:36: Und final, wer gibt es go?

00:17:38: Wenn wir draußen sitzen, scheint es so, als würde Roberto den Einsatz geben für seinen Orchester.

00:17:43: oder kriegt er von dir am Ende den Einsatz?

00:17:45: Er kriegt von meiner Kollegin Natalie den Einsatz tatsächlich.

00:17:48: Genau, also es ist tatsächlich über Lichtzeichen, also ich prüfe, ob er da ist.

00:17:52: Und dann gibt es eben auch zum Beispiel Absprachen.

00:17:54: Also manche Dinge macht er einfach musikalisch.

00:17:56: Zum Beispiel gibt es bestimmte Anschlüsse.

00:17:58: Manche Dinge werden von einem Dialog vorgegeben und manche Dinge kommen dann zum Beispiel von uns im Sinne von, da ist ein Donner bevor die nächste Musiknummer startet auf die Warte der Daten.

00:18:08: Und das weiß er auch.

00:18:09: Und genau.

00:18:11: Bei euren Kolleginnen und Kollegen im Marionettentheater gibt es tatsächlich dann während der Aufführung auch ein bisschen Platz für Improvisation.

00:18:18: Ist das bei euch auch so oder nicht möglich bei so vielen Leuten?

00:18:21: Es ist nicht gewollt, manchmal ist es nötig, wie zum Beispiel, wenn jemand was auf der Bühne vergisst, was da nicht sein kann, weil man ein anderes Element fahren muss und da zum Beispiel ein Wasserglas steht, das voll mit Wasser ist und das da weg muss, weil sonst haben wir eine Pfütze auf der Bühne.

00:18:38: Und dann improvisieren wir natürlich, dann müssen wir improvisieren, fragen jemanden, der dann nochmal auf die Bühne geht, hast du die Möglichkeit das mitzunehmen und solche Dinge, aber gewollt ist Improvisation nicht.

00:18:48: Es ist gewollt, dass wir einen Ablauf haben, der eben für alle sicher ist.

00:18:53: Gerade wenn es um technische Verwandlungen geht, wo klar ist, dass davor eben gerade viel Verkehr ist auf der Bühne und Menschen über zum Beispiel die Versenkungsklappen gehen, dann ist ganz wichtig, dass wir einfach ganz geregelte Momente haben, wo klar ist, hier müssen die weg sein.

00:19:08: Hier fahren wir aber auch erst zum Beispiel.

00:19:11: Und deswegen, das Ziel ist,

00:19:17: Dann hoffen wir mal, dass auch im zweiten Akt keine Improvisation nötig ist.

00:19:22: Ich lasse Froni und Kirsten weiter nach dem rechten Sehen und schaue mal in der Maske vorbei.

00:19:26: Da sitzt Tamara Ivanish, die die Papagena sinkt und ihren großen Auftritt im zweiten Akt hat.

00:19:32: Auch sie ist gelöst und locker, obwohl sie gleich eine schwere Perücke aufbekommt.

00:19:36: Oh ja, die Brücke ist tatsächlich schwer.

00:19:39: Es ist aus Büffelhaare.

00:19:42: Aufs Büffelhaare.

00:19:45: Und ich habe auch zwei Magneten in meinem Kopf, weil diese Magneten meine Maske halten, dass ich mich dann schön als Papagener zeigen kann nachher.

00:19:55: Und Lena, die Maskenbildnerin, macht wunderschöne Make-up.

00:20:00: Es ist so pink und rot und richtig so künstlerisch

00:20:04: stark.

00:20:05: Ist das beim Singen ein bisschen schwierig, beeinträchtigt es das?

00:20:10: Schon, also es war ein bisschen gewöhnungsbedürftig, diese schwere Brücke, aber wenn man im Charakter ist, dann spürt man es auch nicht mehr.

00:20:22: Und bist du überhaupt noch aufgeregt von dem Auftritt?

00:20:25: Ja immer, immer schon.

00:20:26: Ich bin in diesem für Papagena, Papagena duet.

00:20:31: Bin ich in einem Schrank ganz alleine.

00:20:34: und warte.

00:20:36: Und da muss ich immer schön ein und aufsatmen.

00:20:40: Dann kommt auch schon die Büffelhab per Rücke und ich gehe wieder zurück Richtung Bühne.

00:20:44: Auf dem Weg treffe ich Paul wieder, der ja wie vorhin erwähnt den Manostatos singt und ebenfalls schwer bepackt ist.

00:20:51: Er trägt einen großen, dunkelgrünen Mantel und in diesem Mantel sind viele kleine Mozartpuppen und Souvenirs eingearbeitet.

00:20:57: Aber Paul ist sozusagen im Training.

00:21:00: Ich hatte bei den Proben schon richtig, richtig.

00:21:03: dicken so ein Schiensmantel, ein ganz an schweren.

00:21:08: Von dem her war es jetzt der Wechsel zum Brummkustin nicht mehr so, so schwer oder schwierig, in dem Fall schwer.

00:21:16: Aber ja, der hat so seine Tücken, weil da drinnen sind so so... Federn gespannt und die verheddern sich dann bei den anderen Dingen und die Magneten, an denen die einzelnen Mozarts aufgehängt sind, die ich daraus nehme, die haben einen eigenen Leben, den man eigenen will in diese Mozarts.

00:21:37: Und dann muss man dann, wenn man vor allem Moves macht mit dem Mantel, den Mantel wirft, dann verheddert sich es mal, muss man aufpassen, dass man jemanden wehtut und nicht stäubern.

00:21:48: Ist immer so ein kleiner Seitengedanke auf den Mantel.

00:21:50: Der spielt mit.

00:21:52: Und du

00:21:52: hast auch eine der Rollen, die viel spielen.

00:21:54: Also du rennst viel, du springst viel.

00:21:57: Wie viel

00:21:58: Rücksicht musst du da nehmen,

00:21:59: um auch noch gut singen zu können?

00:22:02: Das Haus für Mozart ist wirklich toll, akustisch.

00:22:05: Von dem er verzeihte es sehr viel.

00:22:07: In einem anderen Raum, glaube ich, hätte ich mir mehr Gedanken gemacht.

00:22:10: Aber dort habe ich wirklich das Gefühl, dass die Projektion sehr gut ist.

00:22:14: Es kommt ein gutes Feedback aus dem Raum.

00:22:17: Und der Mann nostert das jetzt von der Gesangslinie eher tief.

00:22:23: Also da muss man dann irgendwie schauen, dass man bei den Momenten, bei ein paar Momenten irgendwie, dass die Balance stimmt, aber mit so einem Profi im Orchester, der ihn so begleitet und durchträgt, funktioniert es eigentlich meistens sehr gut.

00:22:36: Also das haben wir uns über die Woche so zu Recht gelegt, dass sich das die Wege und die Aktionen dann ausgehen.

00:22:42: Und Manostatos hat ja nicht so die lyrischen Linien in der Höhe von immer.

00:22:47: Das ist ein bisschen wie so ein Pudel, der immer rausläuft und so.

00:22:51: Und genauso geht Paul jetzt die arme Pamina weiter ärgern und ich nehme wieder an der Seitenbühne Platz.

00:22:56: Kurz vor elf Uhr nachts ist es dann geschafft und auch hier ist alles gut gegangen.

00:23:01: Ich treffe eine sichtlich erleichterte Frodi.

00:23:03: So.

00:23:04: Das große Werk ist geschafft zum zweiten Mal jetzt mittlerweile nach der Premiere.

00:23:09: Ist es schon anders als bei der Premiere oder immer noch so spannend?

00:23:14: Anders spannend.

00:23:14: Also wir hatten ja heute Kameras drin und das ist natürlich irgendwie ein anderer Thrill für alle, weil man weiß, das wird irgendwann gesendet.

00:23:22: Der eine Teil ist natürlich, dass ein Teil davon der Darstellenden schon Rezensionen gelesen hat, was zum Teil super ist, was zum Teil nicht gut ist.

00:23:30: Je nachdem, wer man ist, was das für Rezensionen sind und das erhöht natürlich für viele auch nochmal den Druck.

00:23:36: Gerade wenn man zum Beispiel irgendwas Kritisches über sich selber gelesen hat und das dann für eine Aufnahme nochmal besser machen möchte, das erhöht natürlich den Druck nochmal, aber auf der anderen Seite sind viele Dinge... Ich möchte nicht rutinierter sagen, aber doch ein Stück sicherer, einfach weil man eine Vorstellung gefahren hat und man weiß, es gab keine Änderungen dazwischen, wie es ja bis zur Premiere einfach üblich ist, dass man noch Dinge anpasst.

00:24:02: Und das bringt so ein bisschen Ruhe rein.

00:24:03: Alle hatten ein bisschen Pause dazwischen, konnten sich ein bisschen fassen, runterkommen, entschlafen.

00:24:10: Und das ist oftmals sehr, sehr gut für alle.

00:24:13: Deswegen war auch die Stimmung heute ein bisschen ruhiger.

00:24:16: Hinter der Bühne ist nicht dieser primären Bass, wo noch mal auch ganz, ganz viele Leute einfach zuschauen, tatsächlich.

00:24:23: Also es bleiben viel mehr Leute, auch zum Beispiel von Coa auf der Bühne, um anderen zuzusehen, sondern jeder macht so sein Job und ist dann auch zügiger wieder weg, wenn er den Job gemacht hat.

00:24:33: Und das bringt ein bisschen mehr Ruhe rein, ein bisschen mehr Routine für alle auch außen rum.

00:24:40: Und das wird sich jetzt auch nur noch verbessern.

00:24:43: bis dahin, weil jetzt eben noch mal der Peak war mit der Aufnahme.

00:24:47: Aber das war auf jeden Fall schon mal sehr viel ruhiger für uns hinter der Bühne als bei der Premiere.

00:24:52: Dann habe ich eigentlich nur noch eine Frage.

00:24:54: Gibt es jetzt noch eine große Aftershow-Party?

00:24:57: Nach der zweiten?

00:24:58: Nein.

00:24:59: Ich glaube, wir freuen uns alle, ins Bett zu kommen.

00:25:02: Die Aftershow-Party nach der ersten war intensiv und dementsprechend gönnen wir uns heute mal eine Pause, glaube ich.

00:25:10: Na das haben sich alle wohl verdient.

00:25:12: Und so endet unser Ausflug hinter die Kulissen der Mozart-Woche.

00:25:17: Ich hoffe, sie hatten genauso viel Spaß wie ich beim siebzigjährigen Jubiläum des Festivals.

00:25:22: Und wir hören uns dann bald wieder mit neuen Geschichten aus dem spannenden Mozart-Universum.

00:25:27: Dieses Jahr warten wieder viele Highlights auf Sie.

00:25:30: So viel sei schon mal verraten.

00:25:32: Wenn Ihnen unser Podcast gefällt, freuen wir uns sehr, wenn Sie jetzt noch schnell auf Abonnieren klicken und uns eine Bewertung da lassen.

00:25:39: Ich bin Larissa Schütz, bis bald wieder in der internationalen Stiftung Mozart.

00:25:44: Wir sind Mozart, der Podcast der internationalen Stiftung Mozart.

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