Wir sind Mozart Classic: Maria Anna Mozart

Shownotes

Maria Anna Mozart, die große Schwester von Wolfgang Amadé, ist in letzter Zeit vor allem wegen der TV-Serie "Mozart/Mozart" in aller Munde. Dort wird sie als das eigentliche Genie hinter dem Namen Mozart dargestellt, das nicht nur besser Klavier gespielt hat, sondern auch die bessere Komponistin war. Eine Komponistin ist Maria Anna jedoch auf gar keinen Fall gewesen, aber deshalb ist ihr musikalisches und privates Leben nicht weniger spannend. In dieser Classic Folge nehmen wir uns ausführlich Zeit für einen wissenschaftlich fundierten Tauchgang in Maria Annas Welt. Wir lernen eine überaus talentierte und vielseitige Frau kennen, die sich trotz den zeitlichen Konventionen immer zu behaupten wusste und die keine Drehbuchschreiber braucht, um spannend zu sein.

Gemeinsam mit Musikwissenschaftlerin Eva Neumayr, der führenden Expertin für Frauen in der Musikgeschichte in Salzburg, graben wir unter Klischees, räumen mit Mythen auf und erzählen die wahre Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Weg ging – mit Haltung, Können und einer großen Liebe zur Musik. Es geht um Wunderkind-Reisen, familiäre Dynamiken, gesellschaftliche Zwänge – und darum, warum Maria Anna Mozart nicht komponieren musste, um bedeutend zu sein. Eine lebendige, kluge und überraschend aktuelle Podcastfolge über „die Mozart“, die endlich Gehör verdient.

In dieser Folge hören Sie: Eva Neumayr

Moderation: Larissa Schütz

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Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Wir sind Mozart.

00:00:14: Ich bin Larissa Schütz und heute geht's um eine Frau, die oft übersehen wird – obwohl sie zuerst da war!

00:00:20: Maria Anna Mozart, die große Schwester das Wunderkind am Klavier bevor der kleine Wolfgang überhaupt Tasten berührte und für viele oft doch nur ... Das Nannal Ein Spitzname, der viel zu oft verniedlicht was sie wirklich war.

00:00:34: Und genau das wollen wir heute ändern!

00:00:36: Wir in der internationalen Stiftung Mozartium wollen einen frischen Blick auf diese faszinierende Musikerin werfen und dabei auch aufklären, was sie nicht war... Wer war sie denn jetzt wirklich?

00:00:47: Eine vergessene Komponistin, ein musikalisches Wunderkind das zu früh ausgebremst wurde.

00:00:52: Eine Frau im Schatten des Genies oder vielleicht etwas ganz anderes – eine Künstlerin mit eigener Prägung und eigenem Weg?

00:01:01: Klar ist Maria Anna Mozart war mehr als nur die Schwester von!

00:01:05: Und gleichzeitig war sie nicht alles was ihr heute manchmal romantisch zugeschrieben wird.

00:01:10: Um diese Frau besser zu verstehen, habe ich mit einer Expertin gesprochen, die sich wie kaum jemand sonst mit Frauen in der Musikgeschichte auskennt.

00:01:18: Eva Neumeier.

00:01:19: Sie forscht seit Jahren zu Maria Anna Mozart und sie hat für uns ein differenziertes und spannendes Bild dieser Persönlichkeit gezeichnet.

00:01:28: Zuerst haben wir über Maria Annas Kindheit und Jugend gesprochen und über den Mann, in der sie musikalisch von Anfang an gefördert hat – ihren Vater Leopold Mozart!

00:01:39: Sie war die ältere Tochter, sie war das erste überlebende Kind der Mozart.

00:01:44: Die hatten ja sieben Kinder und nur zwei haben die früheren Kindheit überlebt was für die Eltern sehr traurig war und anstrengend.

00:01:54: Die Mutter musste sogar mal auf Kur geschickt werden weil sie so erschöpft war.

00:02:00: Leopold Mozart war natürlich ein Begabter junger Musiker kam aus Augsburg und hatte in der Hofkapelle eine Stelle für Violine.

00:02:11: Aber er hat auch siebzehn, sechsundfünfzig wo sein Sohn geboren ist schon seine Violinschule publiziert.

00:02:19: also er war von Anfang an auch Musikpädagoge Und das hat dann natürlich auch an seinen Kindern ausgelebt.

00:02:27: und er hat, war natürlich der Maria Anna gleich relativ früh Klavierunterricht gegeben hat, und es gibt ja die Geschichten aus Mozarts Leben.

00:02:39: Die frühen Geschichten, dass er sehr früh natürlich angefangen hat sich dafür zu interessieren.

00:02:44: Und das ist ja noch nichts Ungewöhnliches, weil das machen Kinder wenn sie ältere Geschwister haben.

00:02:50: Genau, unsere wollen dann auch nacheifern.

00:02:52: Natürlich!

00:02:53: Das hat dann natürlich dabei die Maria Anna sozusagen sein Vorbilder.

00:02:58: Und die hatte ja relativ lang noch besser gespielt als er.

00:03:02: Es gibt ja auch noch von der großen Europareise Zeitungsartikel, wo ihr Klavierspiel hervorgehoben wird.

00:03:11: Aber er war eben vom Anfang an der, der zu improvisieren begann und dieses kompositorische Element sehr hatte was sie wahrscheinlich weniger praktiziert hat.

00:03:25: Und Sie vielleicht auch gleich ein bisschen mehr gefördert wurde als Pianistin?

00:03:30: Also ich glaube nicht, dass Leopold Mozart seine Kinder verschieden gefördert hat ehrlich gesagt.

00:03:35: Es gibt ja Mozart-Briefe wo zum Beispiel aus Italien, wo er seiner Schwester schreibt das Lied hast du unvergleichlich gemacht komponiert auch wieder mal was oder macht doch wieder mal sowas.

00:03:51: Das zeigt ganz klar, dass Leopold Mozart auch seine Tochter in Tonsatz-Harmonyliere ausgebildet hat und dass sie das sehr wohl probiert hat.

00:04:01: Es ist aber schon so, dass sich ihr Bruder da wirklich explosionsartig hat, sich dieses Talente entfaltet.

00:04:08: Und man versteht schon, dass sie dann nicht unbedingt auf die Komposition konzentriert hat.

00:04:18: Vielleicht hat sie auch diese innere Berufung nicht gefühlt, das muss ja auch erlaubt sein.

00:04:25: Also es gibt ja viele Komponistinnen die wirklich komponieren mussten, die Fanny Hänsel zum Beispiel, die auch so einen Bruder hatte.

00:04:31: aber ich glaube dass die Maria Anna Mozart nicht so den Drang zu komponnieren hatte und das ist auch erlaubter und man hat deswegen trotzdem einen.

00:04:43: Sie war trotzdem wahrscheinlich eine sehr gute Musikerin.

00:04:46: Und wenn wir uns an die ersten Reisen, auch diese Wunderkindreisen erinnern und was man darüber weiß ... Dann steht ja auch das Spiel im Zentrum.

00:04:56: Die beiden Geschwister sind zusammen aufgetreten?

00:04:59: Ja, da merkt man einfach ... An diesen Reisen merkt mir, was für ein großer Organisator Leopold Mozart war.

00:05:07: Weil man muss sich vorstellen, waren natürlich zwei begabte Kinder, haben sehr gut Klavier gespielt.

00:05:15: Aber die haben auch an allen europäischen Höfen konzertiert und das muss man ja zuerst einmal zusammenbringen, dass man dort Zutritt bekommt.

00:05:27: Also die haben vor Maria Theresia gespielt, die haben am französischen Kaiserhof gespielt Die haben überall also in England, am Königshof.

00:05:38: Ja, Leopold Mozart hat da seine Kinder wirklich sehr gut präsentiert und sie haben daraus sehr viel gelernt.

00:05:49: Das war ja teilweise.

00:05:51: einerseits war ein Element wahrscheinlich die Präsentation der Kinder aber andererseits war das auch eine Bildungsreise weil Sie haben sozusagen Learning by Doing.

00:06:01: Geographie Sprachen haben Sie natürlich auf diesen Reisen mitbekommen

00:06:08: Und trotzdem ist für die Maria Anna dann mit dem Wunderkind da sein, wenn sie erwachsen wird.

00:06:13: Das ist schwieriger als für ein Bruder weil sie eine Frau ist oder eine Frau

00:06:17: war es?

00:06:17: Ja klar, der Neopolt Mozart hat dann Maria Anna auf die Italienreisen nicht mehr mitgenommen obwohl wir wissen dass die beiden Damen also die Mutter und die Schwester sehr gerne mitgefahren Wären, ein Faktor waren natürlich die Kosten.

00:06:33: Reisen war wahnsinnig teuer und der zweite Faktore war natürlich Leopold Mozart wollte nicht die Heiratschancen seiner Tochter sozusagen in Gefahr bringen Und als Musikerin aufzutreten das hat natürlich schon ein bisschen was Anrückiges gehabt noch im achtzehnten Jahrhundert.

00:06:57: Es gibt ja zum Beispiel diesen Brief von Maria Theresia an ihren Sohn, ich glaube an den Leopold in Florenz der überlegt hat die Mozartsan zu stellen und sie schreibt dann so quasi auch fangt er mit diesem Gezindel nichts an Und das ist ihm Maria Theresias auf deren Schoß, Mozartherum

00:07:16: usw.,

00:07:17: wo wir diese rührenden Geschichten kennen Also dieser Faktor.

00:07:24: Und deshalb ist Maria Anna dann eben daheimgeblieben, wo sie begann eine Frau zu werden.

00:07:32: Um das vielleicht auch mal ein bisschen in den größeren zeitlichen Kontext einzuordnen, ist die Maria Anna Mozart die Erste?

00:07:38: Die einzige?

00:07:39: oder gibt es vergleichbare Mädchen, die als Wunderkinder durch Europa getourt sind?

00:07:44: Sie ist auf dieser Eine der ersten, die da so präsentiert wurde und das haben ja viele ... andere Väter dann versucht ihre Kinder so zu präsentieren.

00:07:57: Ein prominentes Beispiel ist natürlich Beethoven's Vater, der das auch versucht hat aber das längst nicht so geschafft hat wie Leopold Mozart es gemacht hat.

00:08:08: und man muss schon, man muss sich klar sein dass Maria Anna die erste europaweit konzentrierende Pianistin war.

00:08:18: Das Konzertwesen war ja da erst in der Entwicklung.

00:08:22: Die haben nicht irgendwo hinfahren können und in einem großen Konzernspiel spielen, sondern das musste selber organisiert werden zum größten Teil.

00:08:32: Es gab schon ein KonzERT rein aber noch nicht so wie es heute ist – das war ganz anders!

00:08:38: Und sie hätte als Erwachsene zum Beispiel niemals die Chance gehabt, als nur als Pianistin zu leben.

00:08:47: Das wäre völlig unmöglich gewesen zu ihrer Zeit, das ist dann im neunzehnten Jahrhundert Clara Schumann gelungen und dann in der Generation ist es losgegangen dass man wirklich als Pionistin leben kann.

00:09:01: aber im achtzendten Jahrhundert gibt es als Beispiel dann nur noch die Maria Theresia Paradis, die da eine große Konzertreise gemacht hat.

00:09:12: Siebzehn, dreieunddachzig begonnen bis sechsunddachtzig, glaube ich war sie unterwegs und die war aber ein Sonderfall!

00:09:20: Die war eine erwachsene Frau, aber die war blind Und die hatte so bis so durch ihre Blindheit, ihre Chancen auf Heirat.

00:09:29: Im achtzehnten Jahrhundert waren da praktisch nicht mehr vorhanden und die war.

00:09:33: insofern war sie als Pianistin freier als Maria

00:09:37: Anna.

00:09:38: Nach dem Ende der Wunderkindreisen änderte sich Maria Annas Leben also grundlegend.

00:09:43: Während ihr Bruder weiter durch Europa reiste blieb sie in Salzburg und bewegte sich fortan auf einem anderen Weg.

00:09:50: Ein häufiges Thema in ihrer Biografie, die vermeintlich späte Heirat.

00:09:55: Aber war das wirklich ungewöhnlich?

00:09:57: Und wie hätte die Alternative einem Leben als unverheiratete Musikerin überhaupt ausgesehen?

00:10:03: Es war im achtzehnten Jahrhundert durchaus üblich so spät zu heiraten.

00:10:08: Also es gab viele Frauen, die so späts geheiratet haben in ihren Dreißigern.

00:10:14: Andererseits war's natürlich irgendwie schon spät weil Kinder und so weiter biologische Urtickte auch im achtzenden Jahrhundert.

00:10:23: Und es gab natürlich für eine Musiker-Tochter wie Maria Anna Mozart den Faktor der Versorgung.

00:10:30: Wäre ihr Vater verstorben, dann wäre sie ohne verheiratet so sein, ohne Versorgungen dargestanden und Sie hätte die Chance gehabt einen Dienstbotin zu werden was natürlich einen absoluten Absp... die Stiege aus dieser Bildungsbürger-Familie bedeutet hätte.

00:10:54: Oder sie hätte als Guvernante in irgendeiner Adenligenfamilien unterrichten können, weil sie war ja eine gebildete Frau und Klavierunterricht geben können aber als Pianistin hätte sie nicht leben können.

00:11:09: Also ich bin der Meinung... Ich habe mich mit anderen Musikertöchtern in Salzburg auch beschäftigt.

00:11:16: Und wie die, welche Chancen die hatten, die haben dann teilweise von ihren Handarbeiten gelebt und halb blind eine Minipension bekommen vom Erzbischof also wirklich ganz arm haben die gelebt.

00:11:35: Also insofern bin ich der Meinung sie hat mit ihrer Heirat ein großes Los gezogen.

00:11:41: Ich kann nicht beurteilen wie sehr die Liebe im Spiel war Aber sie hat im Vergleich zu anderen nicht schlecht abgeschnitten.

00:11:52: Sie hat sogar sehr, sehr gut abgeschnittet!

00:11:55: Vielleicht schauen wir mal in diese Jahre davor, weil wir einen großen Sprung gemacht haben.

00:11:59: Es muss auch passiert sein ab dem Moment, wo sie nicht mehr auf die Reisen mitkommen und sich zur jungen Frau entwickelt.

00:12:06: Das sind ja gut zehn Jahre dazwischen bis sie dann Ehefrau wird.

00:12:10: Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass sie sagt, okay, nur weil ich die ganz modern ausgedrückt große Karriere nicht geschafft habe, jetzt auf Musik zu machen?

00:12:18: Das hat sie gar nicht im Gegenteil.

00:12:19: Sie hat

00:12:20: überhaupt nicht aufgehört, Musik zu tun.

00:12:22: Sie hatte immer wieder konzertiert ... In Salzburg, in Salons.

00:12:29: privaten Bereiche, aber dieses Privatheit und Öffentlichkeit.

00:12:32: Die Öffentlichkeit war ja nicht so entwickelt.

00:12:35: Die Konzerte haben zum größten Teil in adeligen Familien im großen Zimmer stattgefunden oder am Hof des Erzbischofs.

00:12:48: Aber das ist auch nicht ein öffentlicher Bereich.

00:12:51: Es gab schon öffentliche Konzierte im Rathaussaal.

00:12:55: Da kamen eben reisende Virtosen und mir ist nicht bekannt, dass sie da gespielt hätte.

00:13:01: Aber sonst hat sie natürlich weitergespielt und hat Klavierkonzerte usw.

00:13:07: Und das hat sie ja auch als Witwe

00:13:11: weitergeführt.".

00:13:13: Maria Anna blieb also Zeitlebensmusikerin – auch nach der Heirat!

00:13:19: Sie konzertierte in Salons, gab Unterricht und trat später sogar wieder in den offiziellen Konzerten Salzburgs auf.

00:13:25: Darüber hinaus hält sich bis heute aber noch ein hartnäckiges Gerücht – und zwar sie habe heimlich komponiert!

00:13:33: Vielleicht sogar an der Seite ihres Bruders?

00:13:36: Was ist dran an dieser

00:13:37: Geschichte?!

00:13:38: Ich halte das für Blödsinn weil es gibt da keine Hinweise darauf dass sie komponniert hätte... Im Gegenteil, und ich setze mich sehr für Komponistinnen ein.

00:13:50: Und ich bin dafür, dass man alle Kompонistinnen, die es gibt wirklich die Musik hört.

00:13:55: Aber bei ihr bin ich der Meinung sie hat nicht komponiert weil sich sogar ... Die Kadentzen in den Klavierkonzerten, die hat sie nicht selber komponiert.

00:14:06: Sondern sie hat ihrem Bruder geschrieben bitte schreibt mir eine Kadenz und das ist für mich ein Hinweis dass Sie sich einfach nicht als Komponistin gesehen haben auch wenn sie können hätte.

00:14:17: Sie hatte ja generalbar sie konnte akkomponieren und das war hier die Grundlage der Komposition im achttzehnten Jahrhundert.

00:14:25: also sie hätte sicher können wenn sie wollen hätte sie war ausgebildet Und hätte sicher auch einiges erreichen können.

00:14:34: Aber sie hat nicht, sie hatte offensichtlich nicht wollen.

00:14:39: aber also sie war eigentlich die erste bekannte Klavierpädagogin in Salzburg.

00:14:45: Leopold Mozart war ja ein europaweit bekannter Musikpädagoge durch seine Violinschule und er hat auch Klavier unterrichtet natürlich nicht nur seine Kinder sondern auch am Kapellhaus In Salzburg, Kapellaus war die Musikerausbildungsstätte in Salzburg.

00:15:05: Die Schule der Kapellknaben und die haben wirklich eine sehr gute Ausbildung bekommen.

00:15:12: Die führenden Musiker der Hofkapelle haben dort unterrichtet Und Leopold Mozart hatte aber auch einen sehr guten Ruf und es kamen Kinder aus ganz Europa zu ihm, die haben ihn der Familie gelebt und haben eine Musikausbildung bekommen.

00:15:31: Und da hat Maria Anna ihren Vater total unterstützt, also sie hat die Unterrichtet in Klavier, sie hat korrepetiert Sie hat Sängern geholfen ihre Rollen zu lernen, sie ist auch in die Häuser gegangen als in die adeligen Häuser, in die bürgerlichen Häuser Klavier unterrichtet.

00:15:53: und das sieht man ja an ihrem Tagebuch.

00:15:55: Das Tagebuch ist nicht ganz erhalten, aber in den Jahren wo es erhalten ist haben wir immer diese Sachen.

00:16:02: ich war beim Freulenmeier und dann war ich bei der Frau Meier und am Nachmittag war ich beider Oberbereiter Regal Und da sind keine Kaffeebesuche sondern das sind natürlich Stunden weil die Schüler haben oft, das kann man anhand der Mozartbriefe nachweisen, die haben oft erst zwei Jahre später bezahlt.

00:16:25: Und ihr Pominent, das der Schüler war ja der Josef Wölfel.

00:16:29: Der hat ja wirklich große Karriere als Pianist gemacht dann Als europaweit Konzertierender hat gegen Beethoven gespielt in diesen Wettkämpfen und so also ein sehr guter Pionist.

00:16:43: und der war als Kind ihr Schüler der Verwalter Seppal.

00:16:49: Und da kann man nachweisen anhand der Briefe, die Leopold Mozart dann seiner Tochter nach St.

00:16:55: Gilgen schreibt, dass sein Vater erst zwei Jahre später gekommen ist und die Stunden von ... äh, siebzehn-zweiundachzig bis siebzentvierundachtzig zu zahlen also so ungefähr ja?

00:17:06: Ähm, das dürfte nicht so ungewöhnlich gewesen sein und deshalb hat sich ja alles aufgeschrieben.

00:17:14: Okay.

00:17:14: Kann man!

00:17:15: Daher sagen, dass sie als Pädagogin ihr Leben durchwegstätig war.

00:17:20: oder gab's da Pausen?

00:17:21: Sie hat relativ früh angefangen zu unterrichten.

00:17:25: In der Zeit, wo sie nicht mehr nach Italien mitgefahren ist ... Wirklich ernst mit dem Unterrichten wurde es als Mozart mit der Mutter auf die Reise nach Paris aufbrach.

00:17:39: Denn da hat die Familie wirklich alle ihre ... Besitzungen sozusagen zusammengenommen, ihr Geldvermögen.

00:17:49: Die Aussteuer der Tochter ist dahinein geflossen, denn diese Reise war sehr teuer und sie war nicht besonders erfolgreich.

00:17:57: Und in der Zeit hat Maria Anna wirklich ernsthaft begonnen, in siebzehn, siebenzig zu unterrichten!

00:18:06: Also ab da hat sie eben bis siebzehn, vierundachtzig, vier Schüler am Tag oder so.

00:18:12: Und das war den ganzen Tag beschäftigt.

00:18:15: Die sind früh in die Messe gegangen und dann hat sie zwei Schüler am Vormittag und zwei Schüler im Nachmittag und am Abend ist noch wer musizieren gekommen.

00:18:25: also sie war durchaus beschäftigt und damals war es ja so man hat die Schüler nicht einmal in der Woche unterrichtet sondern normalerweise jeden Tag.

00:18:34: Ich weiß nicht genau, wie lange die Stunden gedauert haben.

00:18:37: Ob das nur ... Aber sicher nicht vierzig Minuten, sondern eher einen halb.

00:18:42: Und mit dem Weg zu den Schülern sind ja nicht zu ihr gekommen meistens außer die, die dem Haus gewohnt haben.

00:18:51: Sondern sie musste was für Sie auf den Kapuzinerberg in die Hermeswilder zum Beispiel?

00:18:57: Insofern war sie durchaus gut beschäftigt!

00:19:01: Maria Anna Mozart war eine hochaktive Pädagogin mit einem Alltag voller Disziplin, Engagement und Musik.

00:19:08: Und trotzdem müssen wir noch einmal zurück zu ihrer Ehe springen und vor allem an den Ort, an dem sie sie geführt hat – Sankt Gilgen!

00:19:15: Wie kam es zu dieser Verbindung?

00:19:17: Und wer war eigentlich dieser Johann Baptist Berchtold von Sonnenburg?

00:19:22: Also Johann Baptist Bergtholt von Sonnemberg war mit der Familie Mozart schon bekannt.

00:19:29: Also man sieht schon im Schiedenhof ein Tagebuch, dass er ist ja siebzehn-sechsohn-siebzig im Tanzmeistersaal nachzuweisen.

00:19:38: Auch der Tod seiner zweiten Frau des Freuland von Grin Bichels, die Kamausischl, ist ihm Tagebuch.

00:19:48: Maria Anna Mozart notiert.

00:19:50: also Die Familien haben sich gekannt und der hatte Zwei Frauen vor ihr.

00:19:58: Ersten war er mal ein Adeliger, sein Vater war schon Pfleger in St-Gilgen.

00:20:04: Also diese Familie Berchtoldt, die da in St.-Gilten Pflegger war.

00:20:10: Schon der Vater war der Pfleeger und dann eben Johann Baptist Berchtolt von Sonnenburg, der älterste Sohn.

00:20:17: Und diese Familie wird dann in den Freien Stand erhoben also durchaus Respektable Adelige.

00:20:27: Und man muss auch dazusagen, Johann Paptivst Berthold von Sonnenburg macht mit seiner ersten eine ganz hervorragende Partie.

00:20:39: Die erste war die Maria Margarete von Polis aus der Familie Anisa.

00:20:45: Die Anisa waren eine Händlerfamilie in Salzburg und die hatte einen Mitgift von siebenundzwanzig tausend Gulden, Maria Anna hatte ein Mitgifft von fünfhundert Gulden.

00:20:58: Johann Baptist Berthold von Sonnenburg hat sich sicher nicht wegen des Geldes geheiratet das muss man mal ganz klar sagen Obliebe im Spiel war, er hat schon auch eine Mutter für seine fünf Kinder gesucht.

00:21:15: Sicher!

00:21:16: Aber es war anders als zum Beispiel bei Clara Schumann die einen bürgerlichen heiratet und dann vielleicht eine Markt hatte und die acht Kinder selber wickeln und aufziehen muss.

00:21:30: Bei Maria Anna, da war natürlich ein adeliger Haushalt und die hatten schon mehrere Dienstbrotten unter ihren Kindermädchen usw.

00:21:39: Also so schlecht hat sie es nicht getroffen und das sieht man an den Briefen von Leopold Mozart wo herauskommt dass sie drei Stunden am Tag Klavier übt.

00:21:48: Und das muss man mal schaffen wenn's dann gelten im achtzehnten Jahrhundert als Frau.

00:21:54: also das geht nur wenn man Hilfe im Haushalt hat und mit den Kindern.

00:21:59: Also sie dürfte wirklich weitergemacht haben, mit ihrer Musik auch in St.

00:22:03: Gilgen, ihrer Wüste wie sie später mal schreibt – das ist aber übrigens ein bisschen ein literarischer Gemeingplatz der Romantik so um eighteenhundert oder der Literatur auch.

00:22:18: Das kommt zum Beispiel auch bei Jane Austen vor diese Ich bin in der Wüstel usw.

00:22:27: Also, wie viel Liebe da dazwischen war können wir nicht beurteilen.

00:22:32: Offensichtlich haben sie doch ein ganz gutes Verhältnis gehabt.

00:22:36: Erstens haben sie drei Kinder miteinander gezeugt.

00:22:39: Zweitens als Johann Baptist Berthold von Sonnenburg starb wurde Maria Anna krank.

00:22:45: das ist sehr oft ihre Reaktion auf so tragische Ereignisse auch bei ihrer Mutter und so.

00:22:52: also Sie dürften schon gemacht haben Aber das können wir aus der Distanz nicht beurteilen.

00:22:59: Ich hab seinen Testament gelesen und da kommt er eigentlich relativ sympathisch rüber, wirklich!

00:23:07: Wir sehen viele Gerüchte auch über die verhinderte große Liebe halten den Quellen Nichtstand.

00:23:12: Zum Schluss wollen wir aber noch einen scharfen Blick auf die Beziehung zu einem anderen wichtigen Mann in ihrem Leben werfen – Ihrem Bruder Wolfgang Amadeus.

00:23:22: Es sind ja die ganzen Mozartbriefe erhalten.

00:23:26: Und also die Briefe Wolfgang Mozart und die Brüfe Leopold Mozart, aber ihre Briefen sind nicht erhalten genauso wie die Briefen der Mutter.

00:23:36: Wir haben da nur immer so eine gute Briefer der Mutter von der Frankreichreise.

00:23:41: Da gibt es ein bisschen was Aber von den Frauen gibt's immer noch kleine Nachschriften.

00:23:47: Das liegt natürlich an ihr.

00:23:49: Es liegt an ihr, dass die Leopold Mozart und Wolfgang Mozart Briefe aufbewahrt sind.

00:23:55: Während die Männer haben offensichtlich ihre Briefer nicht aufbewahren.

00:24:00: Das ist natürlich sehr schade!

00:24:01: Deshalb ist es ein bisschen schwierig zu sagen wie sie sich gefühlt hätte.

00:24:09: Es schreibt Leopolt Mozart einmal aus der Kindheit... ...die Nannal hat von dem Buben nichts mehr zu leiden weil sie so gut gespielt hat?

00:24:19: Sie wird schon manchmal drunter gelitten haben, dass ihr Bruder sich da kompositorisch überflügelt hat.

00:24:27: Und der große Star wurde – das kann sein, aber an und für sich war Ihr Verhältnis gut!

00:24:35: Sie war sehr lange, hatte ja alle seine Kompositionen geschickt auch die Klavierkonzerte, er schreibt sie in Wien ja für sich selber Und dann kommen sie alle sofort nach Salzburg zum Abschreiben.

00:24:47: und wer spielt die da?

00:24:49: Unter anderem Maria Anna Mozart natürlich.

00:24:52: Die große Botschafterin Mozart am Klavier war Maria Anna-Mozart, und es ist ja ihr musikalischer Nachlasser auch erhalten in St.

00:25:02: Peter – und das sind ja die ganzen Klavierkonzerte der authentischen Stimmen oder viele authentische Stimmen.

00:25:11: aus der ersten Abschrift die Leopold Mozart machen hat lassen.

00:25:16: Und teilweise auch, die Solo-Stimme hat sie selber abgeschrieben und man kann das nachvollziehen in den Briefen wo wir es nach St.

00:25:23: Gilgen schickt und sie schreibt ab und schickt dann wieder zurück die Partitur usw.

00:25:30: Also können wir festhalten, Maria Anna Mozart hat eigentlich schon eine beachtenswerte musikalische Karriere hingelegt.

00:25:35: Eigentlich

00:25:36: schon im achtzehnten Jahrhundert ja!

00:25:38: Ich meine sie war nicht weltweit tätig natürlich wie man es jetzt gewohnt ist aber das war das achtzehnte Jahrhunderte und sie war eine respektable Pianistin und deshalb finde ich... Man braucht sich nicht immer bei Mitleid nach, nein ihre Werke sind verloren und so, das ist einfach.

00:25:55: man muss wissenschaftlich Ehrlich sein, das tut keiner Frau gut.

00:26:02: Weil was für sie sich heute bei Mozartischen Werken mitkomponiert ist.

00:26:10: Warum?

00:26:12: Und sie musste auch nicht komponieren.

00:26:14: Sie durfte Pianistin sein, während wenn jemand komponiert hat und tolle Werke geschaffen hat wie Fanny Hänsel oder viele andere dann soll man sich diese Werke bitte anhören zumindest ja?

00:26:27: Und nicht verschweigen dass es Komponistinnen gab oder so.

00:26:32: Aber als Frau ihrer Zeit hat sie viel rausgeholt, was möglich war.

00:26:35: Ich find schon ja!

00:26:36: Und wenn sie hundert Jahre später geboren wäre dann hätte es vielleicht ganz anders ausgesehen?

00:26:40: Hätte

00:26:41: anders ausgeschaut, obwohl im neunzehnten Jahrhundert ist ein ziemlicher Backlash gekommen also nach so achtzehn-achtundvierzig gegen die Komponistinnen und gegen die Frauen, die eben tätig waren.

00:26:57: musikalisch.

00:27:01: Ja, das späteste Jahrhundertejahrhundert war für die Musikerinnen gar nicht so schlecht.

00:27:08: Da gab es einige, z.B.

00:27:10: Franziska Le Bruin, die große Prima Donna, die selber komponiert hat und Marguerite Marchand, die Schülerin Maria Annas und Leopold Mozart, die auch Prima Donner waren.

00:27:23: Das war ja die Schwegerin der Franziska Danziele Bruin Die hat ja auch komponiert und die war Komposition Schülerin Leopold Mozart.

00:27:31: Und er setzt sich sogar bei einem Verleger dafür ein, dass ihre Sonaten gedruckt werden.

00:27:38: Also der Leopolt Mozart war für seine Zeit wirklich fortschrittlich – und fortfrauen nicht am Fortkommen gehindert, soweit ich das beurteilen kann aus dem Briefen!

00:27:51: Fazit, Maria Anna Mozart war definitiv keine tragische Randfigur.

00:27:56: Sie war eine gefeierte Pianistin, leidenschaftliche Pädagogin, eine Frau mit Haltung, Bildung und Disziplin – und vor allem eine Frau die sich ihren Weg genommen hat auch wenn dieser anders verlief als der ihres Bruders.

00:28:10: Vielleicht war genau das ihre Größe?

00:28:11: Dass sie nicht versuchte, Mozart zu sein sondern Maria Anna blieb!

00:28:16: Und je genauer man hinsieht, desto klarer wird.

00:28:19: Die Geschichte der Mozarts ist auch eine Geschichte der starken Frauen!

00:28:24: Maria Anna war ja nicht alleine – rund um sie gab es Künstlerinnen, Lehrerinnen und Komponistinnen….

00:28:29: …und einen Vater, der zumindest nach allem was wir wissen ihre Talente ernst genommen

00:28:35: hat.".

00:28:36: Und damit sind wir am Ende dieser Folge über eine Frau deren Geschichte mehr verdient als eine Fußnote im Leben ihres Bruders.

00:28:44: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns wenn Sie uns weiter auf unserer spannenden Reise durch das Mozart-Universum begleiten und diesen Podcast abonnieren.

00:28:53: Und natürlich freuen wir auch über Ihre Bewertungen und Rezensionen!

00:28:57: Ich bin Larissa Schütz – bis zum nächsten Mal!

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