Wir sind Mozart Classic: Mozarts Mythen
Shownotes
Viele Mythen ranken sich um den Tod unseres Genies, Verschwörungstheorien und sogar Mordanklagen. Der plötzliche Tod von Wolfgang Amadeus Mozart am 5. Dezember 1791 jährt sich heuer zum 233. Mal und hat nichts an seiner Faszination verloren und sorgt immer wieder für Spekulationen.
In dieser Folge gehen wir den gängigsten Mythen um Mozarts Tod auf die Spur. Christoph Großpietsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg, schlägt für uns die Akte "Mozarts Tod" auf und gibt uns wissenschaftliche Einblicke in die mysteriösen Umstände von Mozarts Ableben.
In dieser Folge hören Sie: Christoph Großpietsch
Moderation: Larissa Schütz
Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:13: Herzlich willkommen zu dieser ganz besonderen Ausgabe von Wir sind Mozart.
00:00:18: Ich bin Larissa Schütz und heute tauchen wir ein in die Akte Mozart's Tod.
00:00:28: Viele Mythen ranken sich um den Tod unseres Genies, Verschwörungstheorien und sogar Mordanklagen.
00:00:35: Wurde Mozart wirklich ermordet?
00:00:37: Oder war es eine Krankheit, die ihn viel zu früh aus dem Leben riss?
00:00:40: Wir wollen die größten Mythen klären und versuchen... ...die Wahrheit zu finden.
00:00:56: Mozart war im Alter von fünfunddreißig Jahren auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
00:01:01: Sein Requiem blieb unvollendet Und sein Tod gab Anlass zu den wildesten Spekulationen.
00:01:07: War's ein vergifteter Rivale?
00:01:09: Ein geheimer Bund wie die Freimaurer?
00:01:12: oder etwas banaleres?
00:01:14: Um Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich mich pünktlich zum Mozartstodestag mit Christoph Großpiech in der internationalen Stiftung Mozartium in Salzburg getroffen.
00:01:24: Er ist seit vielen Jahren wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftungen und Experte wenn es um Mozartmüten geht denn dazu hat er bereits viel veröffentlicht.
00:01:35: Beginnen wir mit einer der bekanntesten Theorien – Der Vergiftung!
00:01:39: Wie konnte dieser Mythos überhaupt entstehen?
00:01:41: Mozart hat selbst einmal geäußert gegenüber seiner Frau, dass er möglicherweise, weil er sich irgendwie völlig krank fühlte.
00:01:51: Im Sommer deptzt es nur noch nach einer neunundneinzig, das er möglichweise vergiftet worden sei.
00:02:00: Er muss sich sehr niedergeschlagen gefühlt haben.
00:02:03: auf einmal und tatsächlich beginnt ... seine Todeskrankheit wohl schon so im Sommer und dann vor allen Dingen am Schub im Herbst, im November.
00:02:20: Und das ist eine Äußerung die sehr subjektiv ist.
00:02:25: Genauso wie die um uns nochmal dran zu erinnern an Salieri.
00:02:31: Salieri hat auch gesagt ich habe Mozart vergiftet oder er fühle sich so, als ob der Mozart vergiftete.
00:02:38: Der war in der Zeit geistig umnachtet und hat das dann auch wiederrufen.
00:02:43: Und trotzdem ist es einmal da – und wumm geht die Sache los?
00:02:49: Und hat sich verselbstständigt!
00:02:53: Salieri, nicht zuletzt wegen Miloš Formans Film Amadeus hält sich das Gerücht er hätte Mozart auf dem Gewissen.
00:02:59: Diesem Verdacht gehen wir in unsere allerersten Folge von Wir sind Mozart genauer nach.
00:03:04: Wenn Sie Lust haben hören sie die Folge Mozart und Salieri Mord in Wien doch einfach nach.
00:03:10: Auch wenn Salieri der bekannteste Mordverdächtige ist Er isst nicht der Einzige.
00:03:15: Die Nebenbola Franz Hof, Demel oder Ignat Süßmeyer werden ebenfalls oft verdächtigt.
00:03:19: Ihnen wird eine Affäre mit Mozarts Frau Konstanze nachgesagt!
00:03:23: Auch die Freimauer stehen hoch im Kurs.
00:03:25: Das Gerücht, Sie hätten Mozartstotbefohlen, hielt sich bis ins zwanzigste Jahrhundert!
00:03:30: Doch auch das gehört laut Christoph Großpietz ins Reich der Mythen – hätte Mozart in der Musik der Zauberflöte, die oft als Mozarts offenes Bekenntnis zum Freimarer Tun gedeutet wird wirklich Geheimwissen ausgeplaudert?
00:03:43: Hätte man dann nicht eher Schikaneder vernichten wollen, der für den Text der Oper verantwortlich
00:03:48: war?!
00:04:15: Auch die Umstände von Mozarts Beerdigung werfen Fragen auf.
00:04:19: Immer wieder hört man die Geschichte, er sei in einem Massengrab verschart worden.
00:04:23: Doch was ist daran an diesem Mythos?
00:04:25: Da geht's los mit den Mythen.
00:04:27: Es gab keine Massengräber, es gab Schachtgräbe und die waren angeordnet durch eine Hygieneverordnung vom aufgeklärten Kaiser Josef
00:04:38: II.,
00:04:39: die siebzehnt neunzig übrigens erst in Kraft getreten ist.
00:04:43: ... und bald danach ist er verstorben.
00:04:45: Und der nächste Kaiser Leopold kamen, und er hat das dann wieder aufgehoben in die Zeitfenster, wo Mozart bestattet worden ist.
00:05:01: Diese einfache Art hatte ein Programm.
00:05:06: Man wollte den Totenkult nicht so sehr als aufgeklärte Wiener.
00:05:11: Bürger den Todenguld nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellen.
00:05:17: Das ist das eine, das andere ist dass er... ...das es natürlich schon aufwendigere Bestattungen gab aber die Kasse war ja bekanntlich leer also einer musste das ja zahlen, Sweden hatte wohl einiges schon beigesteuert aber er wird so eingestuft wie er was er hinterlassen hat und so ist er in einem Begräbnis dritter Klasse gekommen, was auch ganz normal war.
00:05:45: Er war ja kein Adliger oder kein Kläriker.
00:05:50: also das heißt so ganz unüblich war es nicht die Bestattung selber.
00:05:58: Die ist ja so abgelaufen.
00:06:00: Also Es gab diese sogenannten Exekvien ein feierliches Amt in der Kreuzkapelle des Stefanstoms direkt nach seinem Tod und da waren auch einige Trauergäste anwesend.
00:06:17: Das war insgesamt wohl auch üblich, dass man diese Totenfeier besuchte und dann sich verabschiedete.
00:06:26: Wir haben eine Zeit vor uns die insgesamt sehr stark noch vom Adel geprägt war.
00:06:33: das Bürgertum hatte noch nicht so eine Bedeutung.
00:06:37: Die zeitliche Einordnung der Dinge ist in der Mozartforschung immer sehr wichtig.
00:06:41: Trotzdem, wir hätten Mozart heute eher eine Trauerfeier im Stil von Lady Diana gewünscht!
00:06:47: Schlagen wir das nächste Kapitel in der Mytengeschichte auf – Der angebliche Schädelmotsatz.
00:06:53: Jedenfalls hat der Totengräber Motsatz, also der namentlich bekannt ist ein Herr Rothmeyer, der hat nach einer Umwettung Acht Sort Eins als der Friedhof.
00:07:05: Es geht um den Friedhof von Sankt Marx in Wien.
00:07:10: Da hat er sich gemerkt, wo das Grab Mozart ist.
00:07:13: Das hat er durch irgendwo aufgeschrieben weil das auch noch nicht groß bezeichnet war also nicht nach außen hin bezeichnete sondern nur intern und dass er sich aufgeschrieb hat den Schädel herausgenommen sozusagen Schädeldieb Also etwas im Geheimen und hat das dann, also hat den enormen.
00:07:39: Der erste Teil des Problems besteht daran ist, war es der richtige Schädel?
00:07:45: Ich würde bezweifeln, dass er das hätte trotz seiner Fachkenntnis wirklich sagen können.
00:07:50: Der zweite Teil ist, dass die ganzen Geschichten mit dem Mozart-Schädel in Verbindung stehen alle Leuten zu tun haben, die nicht mehr dabei waren.
00:08:00: Also das war sein Sohn und dann ein weiterer Totengräber.
00:08:04: also Wer kann denn sagen ob da nicht schon was getauscht worden ist oder angefügt worden ist?
00:08:11: Über die Jahrzehnte wurden zahlreiche Schädel untersucht aber Zweifel bleiben.
00:08:16: Ein Schädel, der Mozart zugeschrieben wird befindet sich heute in Salzburg.
00:08:20: Doch seine Echtheit bleibt umstritten?
00:08:22: Ich will vielleicht noch einfügen, weil das wichtig ist!
00:08:25: Es haben sich immer wieder Leute für die EchTheit des Schädels ausgesprochen und dann ist dieser Schädl tatsächlich nach Salzburg gekommen und der Archivar unserer Stiftung Johann Evangelist Engel, Der viele Verdienste hat, der hat sich absolut dafür ausgesprungen dass er echt ist.
00:08:47: Und aus diesem Grunde hat er die Stadt gebeten, den Schädel als Leihgabe in die Stiftung zu geben und dann ist er jahre Jahrzehnte lang bei uns ausgestellt worden in der Stift-Munzertheorum bis nineteen hundert vierzig.
00:09:02: Das ist natürlich auch immer eine Sache, die das Ganze befördert wenn Menschen, die für Experten gehalten werden oder solche Gutachten geschrieben haben das für echt gehalten.
00:09:16: Ich finde, die Zweifel bleiben schon und es sind natürlich auch nicht alle Argumente, die damals gebracht worden sind
00:09:25: stichhaltig.".
00:09:39: So entzaubert die Wissenschaft einen Mythos nach dem anderen – trotzdem sie sind spannend zu hören!
00:09:45: Doch all diese Mythen- und Spekulationen lenken oft von der wahrscheinlichsten Ursache ab.
00:09:50: Mozarts eigene gesundheitliche Probleme Für Christoph Großpetsch das, was ihn am Ende wirklich das Leben gekostet haben mag.
00:09:57: Mozart ist vermutlich schon in früher Jugend erheblich durch Krankheiten vorgeschädigt gewesen.
00:10:08: Was da wohl eine Rolle spielt, es sind ja mehrere Krankheiten und man hat natürlich auch Folgen oft die ganz woanders... organisch sein können, als da wo die Krankheit sich abgespielt hat.
00:10:23: Aber was wesentlich gewesen sein muss waren sogenannte Streptokokken-Infektionen, können sich irgendwo niederschlagen, rheumatisch zum Beispiel und auch am Herzen.
00:10:37: Und das sind dann so Bereiche, wo wir aus Mozarts eigenen Angaben wissen dass er da geschädigt war und dass das wohl ganz wesentlich dazu beigetragen hat.
00:10:53: Und dann kam immer wieder neue Infektionärte als Kind, mehrere ganz schlimme Infektionen gehabt.
00:10:58: Das wäre überhaupt... Also wir können dankbar sein, dass er sie alle überlebt hätte sonst hätte diese seine Musik nicht gegeben.
00:11:10: auch die Eltern und die Schwester waren krank.
00:11:13: also das war schon alles sehr gefährlich Und das hat er praktisch immer mit sich geschleppt.
00:11:19: Es ist natürlich dann nachträglich schwer zu sagen, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
00:11:25: Ich mutze es praktisch ab Mitte November.
00:11:29: krank liegt zu Bett und ist auch kaum noch fähig Größeres zu machen.
00:11:33: also dass er wirklich am Regium noch ganz am Schluss geschrieben hat Wahrscheinlich Legende er mag dirigiert haben oder so irgendwas in dieser Richtung, dass schon aber Er war schon sehr geschwächt vorher auch schon vor dem Todestag den fünften Dezember.
00:11:54: Und das erklärt sich schon aus diesen Krankheiten.
00:11:58: Er wurde von den besten Ärzten behandelt und es zeigt sich auch daran, im Behandel der Arzt, Dr.
00:12:05: Thomas Klosit dann noch den Krankenhausdirektor Salabar dazu rief weil er einfach ahnte dass es zu Ende geht und man hatte natürlich auf solche multifunktionalen Störungen keine Antwort.
00:12:24: man hat dann einfach Blut Also Adalas für die richtige Methode gehalten, das hat sicherlich noch zu einer weiteren Schwächung geführt und irgendwo ist ja Mutter dann bewusstlos geworden.
00:12:41: Wahrscheinlich hat es
00:12:42: keine
00:12:43: Chance gegeben weil er einfach auch keine Medikamente gegen Bakteriumviren gegeben hat wie wir sie
00:12:51: heute kennen.
00:12:54: Am Ende kann also selbst die Wissenschaft nicht zu einhundert Prozent sagen, warum Mozart tatsächlich mit nur fünfunddreißig Jahren gestorben ist.
00:13:03: Doch was wäre ein Genie ohne ein paar Mythen?
00:13:06: Was unbestritten bleibt, ist Mozart's unvergleichliche Musik, die ganz zweifelsfrei von ihm stammt und immer faszinierend sein wird!
00:13:29: Damit verlassen wir das Reich der Mozart-Mythen für heute.
00:13:32: Wenn Ihnen diese Ausgabe von Wir sind Mozart, der Podcast der internationalen Stiftung Mozartium gefallen hat, freuen wir uns sehr wenn Sie uns weiter auf dieser spannenden Reise durch das Mozart-Universum begleiten und diesen Podcast abonnieren.
00:13:45: Und natürlich freuen wir auch über Ihre Rezensionen!
00:13:48: Bis zum nächsten
00:13:56: Mal!
Neuer Kommentar