Der goldene Mini-Mozart

Shownotes

320 goldene Mozart-Figuren mitten in Salzburg. Was auf den ersten Blick wie eine spektakuläre Kunstinstallation wirkt, erzählt bei genauerem Hinsehen viel darüber, wie wir Mozart heute sehen.

Für seinen 270. Geburtstag hat der Konzeptkünstler Ottmar Hörl gemeinsam mit der Internationalen Stiftung Mozarteum die Installation „Mozart – das unbezähmbare Genie“ geschaffen. Die Figuren stehen nicht im Museum, sondern mitten im öffentlichen Raum und laden dazu ein, Mozart neu zu entdecken.

Im Gespräch mit Ottmar Hörl und Linus Klumpner geht es um die Idee hinter den goldenen Mini-Mozarts, warum Mozart einen Hund an seiner Seite hat, weshalb Kunst nicht elitär sein muss und wie ein Komponist des 18. Jahrhunderts Menschen bis heute inspirieren kann.

Hier geht's zur angesprochenen Folge über das Leben der Mozarts im Mozart Wohnhaus

In dieser Folge hören Sie: Ottmar Hörl und Linus Klumpner

Moderation: Larissa Schütz

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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:10: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Wir sind Mozart.

00:00:13: Ich bin Larissa Schütz und in dieser Folge begegnen wir Mozart dort, wo man ihn wohl am wenigsten erwartet – nicht im Konzertsaal oder im Museum sondern unter freiem Himmel!

00:00:24: Gleich hunderte Male.

00:00:26: Rund dreihundertzwanzig goldene Mozartfiguren haben den Mirabellgarten in Salzburg erobert.

00:00:31: Geschaffen hat sie der Konzeptkünstler Otmar Hörl, erst weltbekannt für seine seriellen Skulpturen.

00:00:37: Diese Skulpture sollen weit mehr sein als Kunst oder ein spektakuläres Fotomotiv – Sie laden dazu ein, Mozart einmal anders zu begegnen nicht als unantastbares Genie auf einem Sockel sondern als Mensch, der bis heute inspiriert und Diskussionen auslöst!

00:00:53: Wie nähert sich ein Künstler einer Persönlichkeit wie Mozart?

00:00:56: Warum steht neben Mozart ein Hund und weshalb ist er ausgerechnet Goldfarben.

00:01:02: Darüber habe ich mit dem Künstlerin Otmar Hörl und mit Linus Klumpner, dem Geschäftsführer der Internationalen Stiftung Mozartium gesprochen.

00:01:10: Meine erste Frage an Herrn Hörhl galt natürlich dem Hund neben Mozart!

00:01:15: Ja das war also... Ich hatte etwas gelesen, dass er Hunde immer ... Also die Familie hat mehrere Hunde und das ist Pimperl.

00:01:27: Die begleiten eigentlich die Familie Mozart schon ihr ganzes Leben.

00:01:34: Und wenn man mehr liest über Mozart merkt man auch, dass mit Tieren konnte er ganz gut zurechtkommen also besser wie Menschen.

00:01:48: Linus, hast du schon mal neidvoll nach Bayreuth geschaut wo ja Wagner zweimal sogar dann gekommen ist und hast dann Ottmar-Hörl angesprochen.

00:01:57: oder wie ist das zusammengegangen?

00:01:59: Also tatsächlich ist es so dass Ottmar Hörl auf uns zugekommen ist.

00:02:04: Und mich hat das damals besonders gefreut.

00:02:06: Das war kurz nachdem wir die Intervention mit Jonathan Mese hatten im vergangenen Jahr bei der Mozartwoche.

00:02:16: mich hat es deswegen sehr gefreut, weil natürlich das ich sage schon seit langem und seit ich hier bin.

00:02:24: Ich immer wieder versuche diese zeitgenössischen Anknüpfungspunkte auch zum Mozart zu finden und vor allem aufzuzeigen dass das jetzt nicht etwas ist was sich rein im musialen Raum bewegt sondern etwas ist bis in die Gegenwart der eine Vielzahl an Menschen beschäftigt sei es im bildenden oder darstellenden Feld.

00:02:44: Ich blicke dahingehend immer in andere Städte neidvoll, weil die etwas weiter sind schon wenn es um die Bespielung mit Kunst im öffentlichen Raum geht.

00:02:52: Natürlich wird jeder sagen wir haben hier die Initiative der Salzburg Foundation, die über Jahre in Weltkunstwerke für den öffentlichen Innenraum auch gestiftet hat.

00:03:00: Wir haben jetzt seit vergangenem Jahr die Residenzplatzprojekte.

00:03:04: aber dass man so etwas wirklich Breites macht was einfach für alle da ist kommen und die einfach die unterschiedlichsten Zugangsformen auch zugunst haben, da ist es unbestritten dass das Otmar Hörl hier wirklich eine prägende Rolle auch im europäischen Feld einnimmt als Konzeptkünstler.

00:03:21: Und wenn dann ein Künstler sich natürlich noch selber mit Mozart befasst und das nicht in der Auftragsarbeit im herkömmlichen Sinn ist, ist es noch umso besser weil er genau diese persönliche Herannährung oder Annäherung stattfindet.

00:03:34: ich bin mir sicher hätte man das irgendwie sehr mal initiiert, das Projekt in dem wir zugekommen haben.

00:03:39: Wir hätten Mozart wahrscheinlich nie einen Hund als Assistenzfigur gehabt, sondern dann wäre es wieder sehr schnelle Mozart geworden, die vielleicht auch in diese klassischen Darstellungsformen abgedriftet werden, die wir alle kennen.

00:03:54: und was mich hier besonders freut ist dass natürlich wir jetzt hier den Figur haben, Meistermotor zeigt, sondern auch die Privatperson.

00:04:03: Und das wird es dann noch schaffen, die Brücke in den Mirabellgarten zu schlagen wo wir nachweislich ja auch die Tagebuchstellen und die Briefstellen haben.

00:04:11: dass sie mit Pimpeltort immer spazieren gegangen sind vor allem ab dem Jahr siebzehn dreiundsiebzig wie so ein Wohnhaus gewohnt haben ist einfach schön dass wieder einmal einen komplett anderen Blick auf den Komponisten werfen.

00:04:26: Ja, da hast du jetzt eine schöne Brücke geschlagen denn du warst schon zu Gast in einer sehr schönen Folge wo wir die Ausstellung, siebzehn-fünfundsebzig besprochen haben.

00:04:33: und wer sich so ein bisschen mehr für das Privatleben der Familie interessiert Wir verlinken die Folge am besten auch nochmal in den Show Notes.

00:04:39: Da erzählst du nämlich dass es mir so in Erinnerung geblieben.

00:04:42: ganz toll wie Maria Anna da beschreibt wie sie rauszieht in den Mirabellgarten was wir ja heute alle nachgucken können, wenn man zum Beispiel ins Wohnhaus geht.

00:04:51: Aber das nur an der Seite.

00:04:53: Mozart als Mensch und jetzt steht er hier aber so golden vor uns Herr Höll ist hinter der Farbe eine tiefere Idee.

00:05:01: oder fanden sie es einfach passend für Mozart?

00:05:04: Es ist die zeitgenössische Idee vor zweihundertsiebzig Jahren Also in dem der Adel, also seine Auftraggeber oder das Leben, das er gelebt hat war im Prinzip vergoldet.

00:05:22: Mir wäre keine andere Farbe eingefallen dafür.

00:05:26: Den kann man nicht grün oder rot oder gelb oder blau machen, sondern ... Das hat so was von einer Pracht die wir heute vielleicht kritischer betrachten müssen aber Es gehört zu der zeitgenössischen Idee, in der er gelebt hat.

00:05:45: Deswegen ist er Gold

00:05:47: Und er soll auch als Mensch auftreten.

00:05:50: Das ist ihnen auch wichtig, wenn man schon liest über die Skulptureninstallationen.

00:05:55: Wie haben Sie sich denn den Menschen-Mozart generiert?

00:05:58: Also es gibt ja einerseits, weil man mit der internationalen Stiftung zusammenarbeitet, die hervorragende Gelegenheit, dass man quasi Zugang zum gesamten Briefschatz hat und das alles wunderbar aufgearbeitet.

00:06:07: Haben sie sich da ein bisschen eingelesen in das Mozartische Leben?

00:06:10: oder sind das Inspirationen, Mit Mozart ihr ganzes Leben schon mit sich getragen.

00:06:15: Bei allen Projekten, die ich mache egal ob es Albert Einstein oder Beethoven ist und der Goethe... Ich habe ja auch über alle Geistesgrößen gearbeitet.

00:06:28: Recherchiere ich erst mal sonst habe ich überhaupt keine Motivation.

00:06:32: also einfach nur ein Figurchen machen interessiert mich eigentlich nicht sondern das ist ja sehr speziell und deswegen Normalerweise funktioniere ich ja nur über Einladung, also wenn ich nicht eingeladen werde mache ich normalerweise eigentlich nichts.

00:06:47: Also es gibt Dinge die mich interessieren wie jetzt bei Mozart den ich gemacht habe weil er mich persönlich interessiert hat wo ich aber nicht wusste wo könnte der mal auftauchen.

00:06:57: und das Problem ist dadurch dass es hier einen Herrn Klumpner gibt der dieses den Projekt eigentlich so aufgeschlossen war.

00:07:05: normalerweise Wie geht das in einer Stadt?

00:07:08: Sie kommen über die Verwaltung, über Kulturreferenten oder so.

00:07:12: Kommen sie überhaupt nicht dazu in eine Stadt zu arbeiten weil da gibt es jede Menge Abwehrkonzeption das erst gar nicht irgendwo zu machen.

00:07:20: Das ist also ein Glücksfall gewesen dass jemand sozusagen die Arbeit die ich eigentlich schon lange Zeit hatte dann aufgenommen hat und mich dann eingeladen hat das hier zu machen.

00:07:34: Aber es gibt ja auch noch andere Mozartstädte.

00:07:37: Ich hatte keine speziell... Da gibt's noch Augsburg und in Augsburger wollte ich das nicht machen, weil ich hab mal Brecht für Augsburgr gemacht und das war eine der größten Niederlagen die ich erlebt habe, weil die Augsbürger sind alle sozusagen eher CSU Und dieser Kommunist, den fanden die einfach obwohl es der berühmteste Mensch in Augsburg ist.

00:08:03: Also Augsberg wollte ich das Mozart-Projekt auch nicht machen.

00:08:07: Ist nicht weiter schlimm.

00:08:08: also wenn sie eine schöne Figur gemacht haben, ist das eigentlich egal?

00:08:13: Die kann auch mal rumstehen.

00:08:14: Ich habe einige Figuren gemacht, die mich nur persönlich interessiert haben und ohne dass sich jetzt weiß wo das Mal aufgeführt wird ja.

00:08:24: Das ist wie so ein Schauspieler der ständig übt und aber keinen Engagement hat.

00:08:30: Aber trotzdem weiß, dass er ein guter Schauspieler

00:08:32: ist.".

00:08:34: Und was ist jetzt das Unzähmbare an Mozart?

00:08:39: Denn die Skulpturinstallation heißt ja Mozart das unzähmbbare Genie.

00:08:44: Und Mozart hätte glaube ich noch viele andere Eigenschaften gehabt, aber sie haben sich ja für unzähmbar.

00:08:49: Im

00:08:49: Prinzip ist er ein typischer ADAS-Mensch mit einem eine ganz eigenartige Persönlichkeit, der nicht in Griff zu bekommen war.

00:09:03: Der hat sich sehr anstrengen müssen um die Kontinence zu behalten und es ist glaube ich einmalig in der Musikgeschichte dass so eine wilde Furie wie er im Prinzip war musste sich natürlich immer schwer zurückhalten.

00:09:25: seine Eltern haben ihn da schon irgendwie vorbereitet, dass er heute mal ein bisschen brav sein muss.

00:09:32: Das fand ich eine eigenartige Persönlichkeit die so ein Genie war.

00:09:38: ja also der war im Prinzip Musik und sonst war er eigentlich reduzierte Persönlichkeitsstruktur gerade es so geschafft hat irgendwie da mit seinen Auftraggebern und diesen Menschen zurechtzukommen.

00:09:57: Und aus ihm ist das herausgeflossen, das kennen wir relativ selten in der Musikgeschichte diese Leichtigkeit, mit der ein Genie so etwas einfach macht ja also schon in so jungen Jahren, so komplexe Konzeptionen zu entwickeln.

00:10:15: Also insofern ist eine Ausnahme Talent Und eigentlich auch Künstlern sehr nah, weil die alle so über so eine Spezialbegabung irgendwo haben und aber den Rest in so ein bisschen vernachlässigen.

00:10:32: Aber sie kommen da irgendwie halbwegs damit so echt was.

00:10:35: Aber deswegen ist mir Mozart sehr nah also sehr viel näher.

00:10:40: Mozart ist mehr sehr viel Näher wie Wagner beispielsweise, weil Wagner drittende Persönlichkeit, die ich aber sehr geschätzt habe, dass er nur intelligente Musik geschrieben hat.

00:10:54: Also da muss man die Personen sozusagen ja mit einem doch miesen Charakter muss man trennen.

00:11:02: Aber das ist bei Mozart ist es nicht der Fall weil der war halt einfach ein frisches Individuum und auch sympathisch in dieser Fräschheit und diese Konzeption.

00:11:16: deswegen fand ich das gut, dass es dann hier geklappt hat mit Mozart.

00:11:20: Weil hier gehört er eigentlich auch hin?

00:11:23: Das kann ich nun so streichen, was vielleicht ganz spannend ist, weil wir gerade darüber gereden haben, dass unsehnbare... Es gibt ja tatsächlich eine Parallelle zur deutschen Nachkirchskunst und diesen ganzen Bestreben.

00:11:33: Wenn man überlegt, dass Mozart der erste war, der sich aus diesen höfischen Anstellungsverhältnissen hinaus bewegt hat ohne zu wissen, wer denn sein Auftageber sein würde.

00:11:43: Also natürlich, es war dieses Genie, das er komponieren konnte.

00:11:46: Ich sag's jetzt mal despektierlich am Fließband, aber das war ja alles genial was daraus kam und er hatte dann das Glück dass es ihm abgekauft wurde.

00:11:54: Aber eigentlich war er das was vielleicht später ein sehr bekannte Charakter als ein Duchon gemacht hat quasi das aufzubrechen zu sagen ich will mich nicht mehr diesen Struktur unterwerfen oder auch einen Boys dann da gesagt ich gehe jetzt hinaus in die Öffentlichkeit und setze einfach meine Akte ohne dass irgendjemand mich damit beauftragt hat oder nicht.

00:12:14: um Wagner war das krasse Gegenteil der sich ja immer stärker hat hineinziehen lassen in diese Machtstrukturen rund um Ludwig II.

00:12:22: herum und dann eigentlich erst recht wieder, obwohl er das Gefühl hatte frei zu seinen instrumentalisierter Komponist war, der sogar wahrscheinlich noch mehr eingeengt war bis zu einem gewissen Grad als jeder andere.

00:12:34: aber Mozart hat etwas getan in der Zeit nämlich einfach sich komplett zu lösen und wir würden es heute Freelancing-Artists nennen Auch wenn ich mit dem Begriff jetzt nicht ganz so immer der Chor bin.

00:12:45: Aber... Ich kann das schon verstehen, dass er dann so eine gewisse Faszination auch auf einen ausübt weil er vor zweihundertfünfzig Jahren schon das gemacht hat was eigentlich dann erst in der Kunst und in der Breite in der Nachkriegszeit passiert ist.

00:12:59: Und nicht einmal zu Zeiten des Alons hat man es geschafft.

00:13:01: da haben wir zwar gemeint man ist jetzt nicht mehr den höflichen Strukturen war aber auf einmal im Kunstmarkt drinnen wo man sich bei jeder Ausstellung im Louvre irgendwie wieder behaupten musste, um da überhaupt verkauft zu werden und auch Anklang zu finden.

00:13:14: Ja das was ich gerade beschreiben ist interessant weil er hat sich nicht functionalisieren lassen.

00:13:25: wenn wir jetzt Beethoven betrachten und auch Wagner betracht oder andere große Komponisten diese sind auf eine bestimmte Art und Weise funktionalisiert worden, indem sie dann auch so mal dieses völkische und also so bestimmte Haltung die sehr ins politische sich bewegt haben.

00:13:46: Und das ist beim Mozart kann man deswegen der hat sich nicht functionalisieren lassen.

00:13:54: Also er hatte seine Komposition auch nicht auf sozusagen einer bestimmten.

00:14:00: Also Wagner wollte ja immer, es gab damals noch nicht Deutschland.

00:14:04: Das war eine Nationalkonzeption, also nationale Idee dafür zu schreiben.

00:14:10: Das heißt er hat seine eigene Musik funktionalisiert im Sinne einer politischen Botschaft und das ist etwas was Mozart können wir vollkommen vergessen.

00:14:22: Ich würde in Deutsch sagen eine wilde Sau der hat gemacht ihm im Kopf war und der hat in keiner Weise sich functionalisieren lassen, sondern man muss den manchmal glaube ich sogar fast zwingen eine musikalische Idee für irgendjemand zu schreiben.

00:14:41: Da muss man ihn fast einsperren damit er dann irgendwie das überhaupt noch gemacht hat.

00:14:48: Das finde ich fantastisch.

00:14:49: also wenn ein Künstler diese Wunabhängigkeit hat alle Regeln zum Missachten Trotzdem so was Fantastisches hervorzubringen.

00:15:00: Ihnen ist ja auch ganz wichtig, dass das eben nicht im musialen Raum irgendwo steht sondern es geht ja bewusst raus an die Menschen und sie wünschen sich ja auch, dass die Leute ins diskutieren kommen.

00:15:11: jetzt, was Sie alles über Mozart gesagt haben abseits vom großen musikalischen Genie Wie bringt unsere Mozartfigur?

00:15:18: Unsere goldene Mozartfigure Ihrer Meinung nach den Menschen in ihrer Wäldern ins Gespräch?

00:15:22: Was kann er ihnen erzählen?

00:15:24: Naja, die Figur hat ja was... Also Menschen brauchen im wahrsten Sinne des Wortes müssen sie etwas begreifen können.

00:15:32: Das heißt meine Projekte im öffentlichen Raum sind ja darauf angelegt auf Teilhabe dass alle Menschen so das Gefühl haben es ist ein Teil einer künstlerischen Konzeption und zwar auch Menschen die jetzt nicht jeden Tag in einem Museum gehen oder ganz genau wissen wie was Kunst ist und was nicht.

00:15:51: also Und diese Unmittelbarkeit, sich einer ganz bestimmten Figuren zu nähern funktioniert einfach am besten mit einer dreidimensionalen Figur.

00:16:02: Weil du kannst drum herum gehen und die anders bewerten wie ein zweidimationales Bild also die ganze Stadt ist ja voll mit aber das ist in wahrsten Sinne des Wortes eine Oberfläche.

00:16:18: Ja, ein Gemälde oder so abgebildet wird ist eine Oberfläche und das trinkt nicht sehr tief ein.

00:16:24: Und meine Idee ist ja eigentlich dieses Eindringen in einer Persönlichkeitsstruktur wo man nicht ganz genau weiß wie das ist aber man hat auf einmal noch ne andere Vorstellung davon.

00:16:36: Dass es ein wirklicher Mensch war und nicht nur ein Bild von einem Menschen sondern dass es so was Ähnliches ist wie bei uns wie wir auch sind aber ein bisschen kleiner.

00:16:48: Aber ich mache auch keine Denkmäler, also ich mag denkmäle nicht.

00:16:52: Sondern ich finde dass diese Idee ja Mozart das ist nicht eine Idee die vor zweieinhalbfünfzig Jahren aufhörte oder so sondern das ist etwas was in einer Gesellschaft eintringt und auch unbewusst obwohl man das... Ich glaube jeder könnte in irgendeiner Form ein bisschen Mozart pfeifen vor sich hinpfeifen.

00:17:15: Das ist eine gesellschaftliche Ebene, die uns allen gehört und meine Projekte im öffentlichen Raum sind ja angelegt auf die Teilhabe.

00:17:25: Also ich arbeite ja im Prinzip wie ein Buchverleger oder also wie jemand der über die seriellen Konzeption, den mich interessieren, Überreihungssysteme sozusagen Wie kommt ein Material an die Menschen heran?

00:17:39: Und da muss man sich ein bisschen Mühe geben.

00:17:41: Das heißt, ich muss mich auch als Künstler zurücknehmen und nicht sozusagen eine persönliche sozusagen Konzeption zu entwickeln und sagen das ist meine Interpretation von Mozart sondern Mich interessiert Mozart und mich interessiert die Stadt Salzburg und da gehört Mozart hierhin.

00:17:57: und keine persönlichen Interpretations von mir Sondern Ich möchte eigentlich die Menschen begeistern über Mozart sozusagen Sich mit ihm auseinanderzusetzen Und wenn Sie Lust haben, auch einen mitzunehmen.

00:18:10: Also mit nach Hause zu nehmen und die gesamten Konzeptionen sind so angelegt dass alles möglich ist also sie auf eine bestimmte Art und Weise auch demokratisch.

00:18:21: also in der Demokratie verschwinden auch Politiker wieder die nicht mehr gewählt werden und meine Projekte die hören auch nach vier Wochen auf und verschwenden auch auf einer bestimmten Art undweise aus dem öffentlichen Raum wider.

00:18:31: ja das finde ich für mich sehr.

00:18:35: Ja, ich finde das gut wenn man auch als Künstler wieder verschwindet.

00:18:39: Aber es bleibt immer irgendwo so etwas da und die Menschen können damit arbeiten mit so... Ich habe ja nie die Preise erhöht.

00:18:49: Also ich arbeite im öffentlichen Raum wie ein Schlossermeister der irgendwie einen Geländerbaudern sich überlegt.

00:18:55: Ein Drittel ist Material, ein Drittel verdienst und ein drittel kriegt der Verkäufer.

00:18:59: also so damit Menschen Wirklich das Gefühl haben, teilnehmen zu können an einer Konzeption.

00:19:08: Da haben Sie einen sehr schönen Vergleich gebracht, weil Sie gerade den Schlossermeister angesprochen haben.

00:19:14: Der Schlossemeister kauft ein Taschenbuch für sieben Neunundneinzig genauso wie ein Milliardär, weil sie es gut finden was sie dann lesen.

00:19:20: Das finde ich sehr treffend!

00:19:21: Ja, es gibt ja oft den Vorwurf dass das inflationär wäre wenn man so viele Figuren irgendwo in die alle gleich sind.

00:19:28: nur Es ist ein Problem, kein Mensch geht in den Buchgeschäft und sagt ich kaufe das Buch nicht.

00:19:32: Das hat ja eine Millionen Auflage.

00:19:34: Sondern man muss einfach davon ausgehen dass die Interpretation der unterschiedlichsten Menschen über eine Figur jetzt wie sehr eigenständig darüber nachdenken oder sehr eigenständig damit umgehen können.

00:19:49: Ja also Und es ist alles legitim.

00:19:52: Also es gibt keine.

00:19:54: es gibt kein Menü wo man sagt Man muss jetzt diese Figur künstlerische Konzeption von einem Hörl muss man so oder so sehen, sondern alle Interpretationen sind genehmigt.

00:20:07: Man kann auch sagen dass es einen nicht interessiert oder sagt das einzige was an der Arbeit ganz schön ist gold.

00:20:15: aber ja.

00:20:16: aber wenn sie in den öffentlichen Raum gehen haben Sie siebenundneinzig Prozent aller Menschen die noch nie mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert worden sind Und denen muss man die Möglichkeit lassen, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln ohne dass jemand dasteht und sagt das habe ich doch vollkommen anders gedacht.

00:20:35: Wenn jemand so eine Figur rauszieht und stellt sie nochmal woanders hin weil er sagt der Platz ist viel besser dann finde ich es vollkommen in Ordnung.

00:20:44: Das ist die Idee des öffentlichen Raums.

00:20:46: Das ist nicht mein Raum.

00:20:48: Der gehört nicht einem Künstler sondern der gehört allen und deswegen muss sich ein Projekt machen was auch für alle möglich ist damit arbeiten zu können.

00:20:57: Es gibt auch kleine Kinder kommen dann und küssen denen, ja also das ist unglaublich wie Menschen damit umgehen und da finde ich sozusagen die Arbeit eines Künstlers im öffentlichen Norm ist eine vollkommen andere Idee wie wenn sie als Künstler in ein Museum gehen oder arbeiten oder in einem Kunstverein wo Sie einen Fachpublikum haben.

00:21:19: Da gibt es keine Figuren von mir

00:21:22: Die sind draußen und da habe ich das Eingangs richtig verstanden Linus, dass du damit viel zu tun hast wo die Mozart jetzt stehen werden?

00:21:30: Also nein so ist es nicht.

00:21:31: Wir haben das.

00:21:32: nachdem wir entschieden haben, dass wir das machen.

00:21:34: Das war letztes Jahr im Sommer, haben wir zum ersten Mal uns dann in der Stadt herum bewegt und versucht jene Orte zu identifizieren, wo wir genauer die Möglichkeit hätten, dass das wir nicht irgendwo hineinkommen.

00:21:44: Man sagt, das ist eine Begrenzung da, dass man dann nicht in den Rasen hineinsteigen darf oder dass es geschlossen ist oder man nur über den Zaun oder mit Eintritt schauen kann.

00:21:55: Und dann ist das natürlich so, dass am Ende des Tages die Mirabellgarten erstens schon erwähnt auch inhaltliche Verknüpfungen haben.

00:22:04: Andererseits ist es einfach einer der schönsten öffentlichen Orte auch überall.

00:22:09: Es ist etwas wo die meisten Menschen in der Salzburg kommen jetzt als Touristen und auch als Gäste gehen erstes in die Mirabelgarten weil sie dort irgendwas aus dem Bus ausgespuckt werden und wären hier sofort auf sehr offene Art und Weise jetzt dann von diesen Mozartfiguren empfangen, wo sie sich vielleicht ganz anders damit auseinandersetzen auch durch die Stadt gehen.

00:22:31: Also wenn Sie jetzt die erste Begegnung mit Mozart im Museum in dem Geburtstag der Getreidegasse gehabt hätten wir natürlich alles schon als Staatstragen und wie so eine Art Sanctuarium auch dann ist.

00:22:44: Und das Schöne ist ja auch dass man Bis zu einem gewissen Grad auch eine Ruhe hat dort oben.

00:22:51: Vor allem am Bastionsgarten, diese Erhöhung davor dem Schloss Mirabell direkt, wo man sich ein wenig aus diesem Trubel herausnehmen kann und auch wirklich die Zeit hat, diese Figuren zu durchwandern und uns als unterschiedlichsten Perspektiven auch zu betrachten.

00:23:05: Also man kann sich genauso gut dahinein legen zwischen den Motsatzungen in sich von unten anschauen oder man schaut ins Essen, man kann ihn wirklich erkunden und auch erobern einen Stück weit.

00:23:18: Und dann haben wir natürlich trotzdem noch einen Teil im Museum stehen, weil wir einfach dort wirklich diesen Saal auch haben.

00:23:25: Der Familie Mozart in Tanzmeistersaal, wobei da noch die historische Brücke schlagen.

00:23:30: Das ist dann auch noch ein kleiner Teil der Installation und im Zauberflötenhäuschen.

00:23:34: Da wurde das unsehmbarische Nier auch dann wirklich seine unmittelbare historische Ausdrucksform gefunden

00:23:39: hat.

00:23:41: Also er wird schon in sein Haus, sag ich jetzt mal auch noch einziehen.

00:23:47: Ich hab' mal gehört, in den Tanzmeistersaal soll er noch rein.

00:23:50: Genau

00:23:51: im Tanzmeistersaal sind... wie viele sind's?

00:23:54: Sohnmald dreißig?

00:23:55: Zweiundzwanzig.

00:23:57: Sieben und zwanzig!

00:24:01: Das war nur mehr wichtig weil wir quasi von dort immer diese Interventionen noch ihren Ausgang gefunden haben.

00:24:07: Und dann was natürlich trotzdem sehr herausfordern, jene Flächen zu finden.

00:24:11: Ich meine ich war lange genug selber in der Politik gearbeitet.

00:24:13: Ich weiß schon was man nicht anfragen darf und sollte und wir haben es schon so ausgewegt dass wir auch die Chance hatten auf aus oder Aussicht darauf.

00:24:22: das wird es auch genehmig bekommen.

00:24:24: also muss da schon noch der Stadt Salzburg einen Dank sagen und den ganzen Ausschüssen dies trotzdem hier auch gibt mit allen anderen Städten.

00:24:31: aber die waren ja sehr kooperativ und haben uns tatsächlich jetzt auch an diesem sehr prominenten Ort dass aufstehen lassen.

00:24:40: Ja, weil das ist ja ein großes Anlegen Mozart auch interdisziplinär zu zeigen eben nicht nur in Wohn- und Geburtshaus Und gerade mit moderner Kunst.

00:24:50: du hast Jonathan Mese schon angesprochen Das war noch im Haus drinnen und jetzt allen nach außen und ich denke mir immer Mozart ist so populär.

00:24:58: Herr Höhl Sie haben es gerade gesagt wahrscheinlich könnte jeder etwas von Mozart pfeifen.

00:25:02: also Mozart braucht jetzt keinen Push in seiner Bekanntheit, aber warum ist es dir trotzdem so wichtig auch noch Mozart über andere Disziplinieren wie jetzt moderne Kunst nochmal abzubilden oder den Menschen nahezubringen?

00:25:14: Also mir geht's einfach nur darum dass man glaube ich Mozart nicht nur was er in der Musik begreifen sollte sondern auch was wir jetzt schon gesagt haben die ganze Persönlichkeit über das Wesen wo ja wahnsinnig viel dahinter steckt.

00:25:25: Ich meine war jetzt auch kein ... Blöd Mann, der irgendwie durch die Welt spaziert ist und gereist.

00:25:31: Und er hat ja sehr apontierte und sehr spezifische Ansichten auch gehabt, der da vertreten hat und war auch bis zu einem gewissen Grad ein Schafanalytiker was die Zeitgeschichte betrifft oder auch seine Zeitgenossen.

00:25:44: aber bei dem das es mir wichtig ist einfach wie kann ich mich annähern an diesen Charakter?

00:25:49: Kann ich's machen, indem ich mich gleich in den Konzert setze wo vielleicht gar nicht hingehe weil ich mir denke dass es eine Intensität, eine geballte Ladung Kultur möchte, weil dann sind wir wieder genau bei diesen drei Prozent die gerne in die Oper gehen oder ins Konzert oder sich Karten für den Kunstwerk reinkaufen.

00:26:08: Oder kann ich mich vollkommen hemmungslos annähern und dann setzen wir ja auch eine Art Kettenreaktion infolge?

00:26:14: Weil es ist natürlich so wie Leben im Zeitpunkt der sozialen Medien.

00:26:17: und was mache ich als erstes wenn ich als Poster, ich muss praktisch eine passende Hintergrundmusik für mein Reel finden und dann werde ich natürlich irgendwas vom Mozart suchen und so komme ich vielleicht auf Umwegen zur Mozartmusik, weil ich danach gesucht habe.

00:26:29: Obwohl ich mir vorab nie Gedanken gemacht habe was könnte mich denn eigentlich interessieren?

00:26:34: und beginnt dann vielleicht durch die Musik durch zu scrollen auf Instagram oder YouTube oder auch immer um die passende Musik für meinen Mozart-Erlebnis zu finden.

00:26:44: Und kommen so indirekt zum ersten Mal vielleicht mit dem musikalischen Öfre in Kontakt.

00:26:50: Es ist einfach Dass die eine Seite und das andere natürlich einfach aufzuzeigen, Mozart bleibt.

00:26:56: Und ist eine Quelle der Inspiration.

00:26:58: Das setzt sich über die letzten zweieinhalbfünfzig Jahre, hat sich sofort gesetzt und wird auch weiter so gehen.

00:27:05: Einfach immer wieder... Wir haben auch schon drüber geholt.

00:27:08: Ich habe sie mal gefragt ob Sie eigentlich Mozart Musik gehört haben als Sie die Figur entworfen haben?

00:27:16: Nein, ich hör

00:27:17: keine Musik wenn ich eine Figur.

00:27:20: Das macht mich nervös!

00:27:23: Ja, und dann gibt es so wie nämlich andere.

00:27:24: Und das ist so spannend, die dann zum Beispiel Jonathan Mesebautas auch oder auch Mark Rothkommels, wenn sie denn ganz versuchen diese Transzendenz der Musik einzufangen in Figuren.

00:27:35: Das ist ja da nicht der Fall weil es wirklich einfach die persönliche Auseinandersetzung mit dem Charakter, der ja dann auch noch so daher kommt dass er wie ihn eigentlich keiner Erwarten würde nicht nur mit uns, sondern vielleicht auch diese Handgeste ist ja sehr besonders.

00:27:54: Genau, er deutet mit den beiden Fingern.

00:27:55: also auf unseren Social-Kanälen die ja auch voller Mozart sind kann man das dann auch ganz gut sehen.

00:28:00: aber wir wollen jetzt hierfür die Zuhörerschaft auch noch mal erklären hat die Hand eine Bedeutung dass er so die zwei Finger wegstreckt?

00:28:07: So ein bisschen lässig irgendwie?

00:28:10: Ja das ist auch der Zeit geschuldet.

00:28:15: aus dieser Figur kommt, dass man so eine gewisse Künstlichkeit in der Gestik entwirft.

00:28:25: Die nicht wirklich eine Bedeutung hat – das kennen wir ja heute auch.

00:28:29: Also bestimmte Gesten die keine wirkliche Bedeitung haben sondern wo wir gelernt haben, dass das dazugehört und es hat ein bisschen einen Charakter zwischen einer Darbietung oder einem Willkommen von irgendetwas.

00:28:54: Da kann man nichts verkehrt machen, ich setze mich gleich ans Klavier und zeige euch was Schönes.

00:29:03: Eine Geste die ein Willkommensgruß darstellt.

00:29:10: Nichts Besonderes eigentlich!

00:29:13: Es wäre mir nichts anderes eingefallen, ehrlich gesagt.

00:29:15: Weil ich kann nicht die Hände in den Hosentasche stecken oder so... Ja!

00:29:20: Die Geste war in der Zeit etwas ganz Wesentliches.

00:29:25: Die richtigen Gesten.

00:29:26: Du konntest nicht nur falsche Geste machen also....

00:29:30: Vielleicht haben sie Mozart und seine Gäste auch schon live gesehen, denn mittlerweile stehen die Mozarts im Mirabellgarten.

00:29:37: Allerdings nur noch bis dreißigsten August-Zweitausendsechsundzwanzig.

00:29:40: Dann sollen Sie – so drückt es Ottmar Hörl aus – ins private übergehen?

00:29:46: Ja das ist die Idee sozusagen!

00:29:48: Die resultiert sozusagen aus der Teilhabe dass du ihn auch mitnehmen kannst ja also wie eine Kassette oder eine CD oder irgendwas dass du es mitnehmen kannst, das dich erinnert.

00:30:04: Also es wird handgreiflich!

00:30:07: Du kannst diese Figur nicht so aus dem Weg gehen wie in einem Bild.

00:30:14: Es bleibt so... Er setzt sich fest und ersetzt sich auf eine Art und Weise fest die erträglich ist.

00:30:24: So ein Denkmal macht einen immer klein.

00:30:28: Das bedeutet immer Das ist sowas Großes, da kommen wir als Menschen nie hin.

00:30:33: Aber meine Idee ist ja dass selbst Genies von der Menschheit absorbiert wird auf eine bestimmte Art und Weise und sagt das kann ich auch oder das probiere Ich oder ja also diesen Mut auch zu haben Und das geht mit Denkmäler nicht so gut.

00:30:51: Deswegen versuche diese eher Denkmal nach Positionen einzunehmen, mit dem Menschen sich identifizieren können.

00:31:01: Ohne klein gemacht zu werden.

00:31:04: Das ist so ein Ballast da kommen wir nie hin.

00:31:07: aber Mit dieser Figur zeige ich auch es war auch Ein ganz normaler Mensch auf eine bestimmte Art und Weise ja zwar ein bisschen wild Aber damit kann er sich identifikieren.

00:31:18: dass er sich dass er so ein tolles Gehirn hatte, was musikalisch angefüllt war ist eine Sache.

00:31:25: Aber es gibt sehr viele begabte Menschen auf dieser Welt und sozusagen den Mut, wie weit geht das eigentlich?

00:31:32: Wie weit kann ich kommen bedeutet auch eine gewisse Normalität anzunehmen also die Dinge nicht zu überhöhen.

00:31:40: ja die Überhöhung ist meistens nicht gut Ja also tut uns nicht gut

00:31:45: Und deswegen ist das Format der Serie ja auch so wichtig.

00:31:49: Die Serie ist für mich eigentlich die Idee des zwanzigsten Jahrhunderts, also die ich ja zum größten Teil auch erlebt habe, dass die Teilhabe – das Menschen-Teilhaben an Kultur unabhängig davon, da sieht man sich ein Blattenspieler kaufen kann eine Stereoanlage, einen Kühlschrank und ein Buch.

00:32:11: Es war vor hundert Jahren noch gar nicht so normal dass Menschen teilhaben können, funktioniert nur über die serielle Konzeption.

00:32:19: Dass Menschen davon ausgegangen sind ein Buch ist nicht geschrieben worden für eine Person ja.

00:32:26: also ich hatte gerade vorhin die Diskussion.

00:32:30: Natürlich Bill Gates kann einen Schriftsteller fragen, sagen wir das ist doch blöd.

00:32:34: Du schreibst da ein Buch und es müssen dann alle Millionen Leute lesen.

00:32:37: Schreibt doch eins für mich du kriegst zwei Millionen.

00:32:39: aber das ist nur für mich allein.

00:32:41: diese Art von Denkweise dieses hierarchische Denken ja die dieser Elite diese Elite Gedanke der interessiert mich überhaupt nicht sondern mich interessiert die Teilhabe dass Menschen Mut haben sich überhaupt mit Dingen zu beschäftigen ohne dass sie dadurch unertrückt werden oder Ja gedemütigt werden, sondern dass so eine Normalität entsteht.

00:33:03: So eine kleine Figur ist so normal, die macht ihr keine Angst.

00:33:09: Die hat auch so eine Beiläufigkeit hier.

00:33:12: Das ist Kommunikation.

00:33:14: Sie muss in der Lage sein zu kommunizieren und da muss ich als Künstler mich sehr zurückhalten und demütig werden und sagen Ich mache diese Arbeit für die Menschen nicht.

00:33:27: Also es gibt keine persönliche Interpretation zu sagen, das ist mein Mozart.

00:33:32: Sondern ich bin hierhergekommen einen Mozart für alle im Prinzip hier zu installieren und der Herr Klumpner hat es glaube ich relativ gut begriffen.

00:33:43: Ja sonst wäre's nicht möglich.

00:33:44: sie glauben gar nicht um durch ein Stadtparlament zu kommen mit einem künstlerischen Projekt ist im Prinzip fast unmöglich weil einer schreit seid ihr verrückt Mozart aus Kunststoff!

00:33:56: Das geht doch nicht.

00:33:58: Ja, also das ist ja eine Fräschheit!

00:34:00: Also da...das ist nicht so einfach mit einem Projekt in einer Stadt sozusagen operationsfähig zu werden.

00:34:07: Ist dir das passiert Linus?

00:34:08: War da irgendjemand entsetzt?

00:34:10: Oh Gott aus Plastik?

00:34:11: Nein

00:34:11: hier war keine Entsetzung.

00:34:12: man muss auch sagen selbst wenn jemand mit dieser Argumentation daher käme es gibt nichts nachhaltigeres als diese Figur weil sie auch eine gewisse Dauerhaftigkeit hat.

00:34:21: was noch ganz spannend ist.

00:34:22: zudem der Fall quasi jede Exklusivität, wenn ich sage ob das eine Kunstwerk und es wird dann über Höhe dem Museum ausgestellt.

00:34:29: Und ich muss dafür bezahlen, dass ich da hineingehe.

00:34:31: Da hat man gleich wieder diese Heimschwelle auch bei vielen Auftragsarbeiten.

00:34:34: aber in dem Fall finde ich sehr schön, dass diese kleinen Figuren ja dann ins private Umfeld übergehen.

00:34:40: Das heißt, es setzt an etwas ein was eigentlich hoch spannend ist, nämlich wo auch immer die dann landen am Ende des Tages.

00:34:46: Man weiß nicht ob sie auf einem Fernseher stehen oder ob sie irgendwo in der Küche stehen oder im Klo oder sonst irgendwo.

00:34:52: Sie bleiben auf die Art und Weise auch lebendig, weil die Leute reden weiterhin darüber.

00:34:56: Das heißt, es setzt ja eigentlich dann eine Verbreitung ein, die in ihrer Dimension gar nicht abschätzbar ist, weil sich das vielleicht unzählige Geschichten darum noch entwickeln.

00:35:08: Und das ist das Schöne!

00:35:10: Und allein schon deswegen würde ich nie irgendwie einen Fünkelchen von Kritik zulassen.

00:35:16: wenn man sagt wir machen irgendwie eine Figur aus Kunststoff Die aber immerhin in Deutschland gefertigt ist, muss man auch sagen.

00:35:22: Also das ist handwerklich eine sehr ausgeklügelte...

00:35:29: Ja jede einzelne Figur wird für sich gegossen.

00:35:35: Es ist keine serielle Herstellung sondern ich habe die Serie sozusagen definiert.

00:35:42: Das heißt wenn sie dann alle stehen nebeneinander lohnt es sich auch jeden einzelnen ein bisschen genauer anzuschauen?

00:35:51: Das ist ähnlich wie wenn wir uns ein Buch kaufen, das drei Millionen Auflage hat.

00:35:55: Jeder der es liest, wenn sie einen Interview machen würden wird jeder dieses Buch anders interpretieren und das finde ich interessant.

00:36:03: ja also aber eine Figur die hat eine Präsenz Die zur Diskussion auffordert dass es was anderes hinbildes kannst du weglegen da liegt das nächste blatt oben drauf dann ist vorbei.

00:36:16: Aber die Figur, das war es gerade Herr Klumpner gesagt hat.

00:36:20: Wenn sie in einer Wohnung steht, hat ihnen eine Präsenz, die nicht mehr weggeht.

00:36:25: Also die bleibt einfach.

00:36:26: Das hat so was Bleibendes ja?

00:36:30: Ohne dass sie diktatorisch wirkt.

00:36:33: Ja also ein zu großen Platz einnimmt sondern eine Normalität entwickelt.

00:36:38: da können wir mal darüber reden über diesen kleinen Frechdachs.

00:36:42: Ja,

00:36:44: also über den Sommer werden sie ja draußen verbringen jetzt zumindest erstmal.

00:36:49: Und jetzt haben wir schon ganz viel darüber gesprochen dass Sie in den privaten Raum hinüber gehen und ich glaube unsere Zuhörerinnen und Zuhörer finden das jetzt auch noch inklusive.

00:36:56: mir interessant wie dieser Übergang dann sein wird.

00:36:59: Also heißt es dann am Ende dieser Zeit First Come, First Serve oder werden die ausgewählt übergeben?

00:37:08: Wie wünschen Sie sich?

00:37:09: Wie wünscht ihr euch das?

00:37:10: Es soll schon sozusagen eine gewisse geregelte Abgabe erfolgen wir.

00:37:16: Man kann die Tickets für die Mozarts werben und dann am letzten Tag ist,

00:37:27: wenn man will.

00:37:28: Also niemand ist verpflichtet, so eine Figur mit nach Hause zu nehmen.

00:37:36: Es gibt nur die Möglichkeit, und ich habe meine Preispolitik.

00:37:39: Das ist das selbst eine Krankenschwester sich an Kunst merkt.

00:37:42: Das war meine Idee übrigens vor dreißig oder fünfdreißig Jahren, dass ich davon ausgegangen bin.

00:37:48: Also da kosteten meine Zeichnungen schon vor dreizig Jahre kleine Zeichnung.

00:37:53: Sechzig auf sechzig kostete schon zweitausend Fünfhundert Mark.

00:37:58: Da muss man mal überlegen, dann muss eine Krankeschwester fast zwei Monate dafür arbeiten.

00:38:02: Und meine Idee war immer deswegen mich mit Auflagen Projekten mit Multiples zu beschäftigen.

00:38:10: Meine Galeristen wollten das jetzt nicht so, weil dann kann man nicht so viel verdienen.

00:38:15: Aber ich habe damit angefangen dass jeder Mensch in der Lage sein soll ein Kunstwerk käuflich erwerben zu können um diese Idee zu nehmen dass es sowas großartiges ist wenn man Kunst sammler isst ja also dass das sozusagen eine kleine Elite nur ist, die das irgendwie kann und alle anderen sind davon ausgenommen.

00:38:39: Und ich habe versucht mit Kunstwerke zu schaffen auch bei meinen ganz großen Ausstellungen immer ein Multiple zu machen, dass man sich leisten kann.

00:38:50: Das war... das ist eigentliche Idee, weil es so einen Alt-Achdenzechziger wäre, der so Ideen hat.

00:38:57: wie kommt die Kunst sozusagen Auch an die normalen Menschen.

00:39:01: Und da steht jetzt nicht ein Preis, wo man sagt, das kann ich mir nicht leisten und würde es ja gerne und so.

00:39:09: Aber das finde ich auch in Ordnung weil Menschen dürfen sich auch irren indem sie eine Figur von mir kaufen für hundert Euro und sich nach zwei Jahren feststellen Es war doch nicht so das Richtige Dann hat man nicht so viel verloren.

00:39:23: Wissen Sie wenn Sie im Kunstwerk für dreißigtausend Euro gekauft und sie haben sich vertan.

00:39:28: Und der wird doch nicht weltberühmt!

00:39:32: Dann haben Sie ein richtiges Problem, aber bei hundert Euro kann man das dem Enkischen geben und das spielt dann noch im Garten.

00:39:42: Die hat auch noch was von Mozart.

00:39:44: also da sind so Ideen.

00:39:46: die haben sozusagen mit dem allgemeinen Denken über Kunstmarkt oder allerdings nicht so viel zu tun sondern ich bin Künstler und arbeite im Prinzip für alle Und das interessiert mich auch.

00:39:58: Also nicht, weil ich jetzt was Großartiges hinterlassen muss sondern ich finde dass Künstler die Aufgabe haben sozusagen gesellschaftliche Strukturen aufzunehmen und sozusagen in eine Gesellschaft einzuspeisen.

00:40:13: Dazu müssen sie bestimmte Parameter einhalten sonst funktioniert es nicht.

00:40:17: Sie können auch nicht im öffentlichen Raum ein Projekt machen.

00:40:21: also ich fange ja normalerweise erst bei tausend an zu denken und sagen dann, ja jede Figur kostet fünfhundert Euro oder tausend Euro.

00:40:31: Sondern sie müssen sehr detailliert darüber nachdenken was man den Menschen antut an der Teilhabe.

00:40:41: Die gefällt mir gut aber das ist jenseits.

00:40:44: da muss ich eine Woche dafür arbeiten.

00:40:48: Das sind Dinge die mich persönlich interessieren und ich glaube es sollten Künstler auch machen.

00:40:53: also Mit einer Gesellschaft zu arbeiten bedeutet auch ganz bestimmte Dinge aufzugeben.

00:40:59: Ja, also mit meinen Figuren kann man auch nicht spekulieren.

00:41:04: Obwohl es manchmal Leute probieren die verkaufen einen Wagner und stellen ihn für neunzig Euro und stellen ihnen ins Netz für zweieinhalbfünfzig Euro weil sie sich so gut verkauft haben ja?

00:41:18: Und dann gibt's eine Nachfrage alle Dinge interessieren mich überhaupt nicht.

00:41:23: Aber interessiert sie, wo Mozart jetzt in unserem Falle hinkommt?

00:41:27: Also kommen Sie vielleicht in einem Jahr oder zwei zurück und schauen ob er seinen Weg irgendwo in der Stadt gefunden hat.

00:41:33: Ja klar ich habe ja vierhundertfünfzig Galerien ungefähr auf der ganzen Welt.

00:41:38: es geht von Neuseeland bis Kanada Und wir haben mal eine Untersuchung gemacht wo diese Spondys die also so machen ja Sponty das ist so kommt aus sozusagen der achtenzächsige Bewegung, der Studenten-Revolten Spondys und wo die überall auf der Welt sind.

00:41:58: Und es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die schicken mir Fotos.

00:42:02: also beispielsweise gibt es Biker-Banden in Amerika, die kaufen Spondies und setzen sie in der Wüste Nevada aus.

00:42:12: Das ist unglaublich, wo die Menschen diese Figuren einsetzen oder wo die landen ja?

00:42:17: Also so Viele stehen da im Nachbarhaus, mit dem Nachbarn kann man nicht so gut, dann stellen wir den ins Fenster dagegen über.

00:42:25: Also das ist eine unglaubliche Geschichte wo diese Figuren also was sie für eine Bedeutung annehmen die nichts mehr mit dieser künstlerischen Konzeption auch zu tun hat sondern die verselbstständigt sich und das finde ich gut ja?

00:42:40: Also dass sich sowas verselbsständigt Ansonsten hast du ja immer, also wenn du ein Bild kaufst, was irgendeine Bedeutung hat.

00:42:48: Dann haben schon irgendwie dreißig-vierzig Kritiker darüber geschrieben welche Bedeitung das hat und von der Bedeutet kommst Du nicht mehr runter!

00:42:56: Ja?

00:42:57: Also zu sagen also Eve Klein, ja des Blau... also mir gefällt einfach nur des blau.

00:43:02: ansonsten interessiert mich warum das so bedeutet ist nicht, ich liebe einfach Blau diese Ursprünglichkeit der Äußerung von Menschen mit ihrem Leben, dass sie hatten bis dato, dass die einfach legitim ist.

00:43:24: Ja, Linus, Frage noch an dich.

00:43:26: Weil wir ja bei der internationalen Stiftung Mozart-Theum sind – wo würdest du Mozart noch gerne international sehen?

00:43:32: Also vielleicht auch dass euch jemand ein Bild schickt von diesem Golden hier, der dann seinen Weg in die Welt gefunden hat und muss die Stiftungen noch hin.

00:43:38: Aber wenn man jetzt schon ein paar in die Welten hinaus geschickt ist, das sind die, wir haben unser Netzwerk genutzt.

00:43:42: Es gibt jetzt einen schon in New York, es gibt einen, der will dann schon in Japan unterwegs sein.

00:43:49: Einer war schon am Berg auf der Alm In der Zwischenzeit, also ich glaube es ist auch irgendwie sehr spannend diese klassischen Kontextualisierungen aufzubrechen.

00:43:58: Also Mozart kann ja auch mal ganz woanders auftauchen irgendwie und ich fand das mit dem Spondi eigentlich auch ganz ganz lustig.

00:44:04: Meiner steht bis dato in meinem Büro.

00:44:06: Das ist nicht so kreativ aber erinnert mich zumindest tagtäglich dann daran dass es auch wichtig ist manchmal Mozart außerhalb des Museums zu denken.

00:44:14: und gerade die Stiftung ist schon sehr darum bemüht einfach wirklich möglichst breit auch zugänglich zu machen.

00:44:20: Und ich meine, das ist einfach eine der besten Möglichkeiten, das zu tun und es ist ja auch jetzt mal ne einmalige Geschichte.

00:44:29: also wir können uns noch nicht jedes Jahr das in Interventionen im öffentlichen Raum machen und so glücklicher sehen wird dass wir's dann gleich auf diese fantastische Art und Weise tun können.

00:44:38: Das bleibt ja auch im öwlichen Raum, d.h.

00:44:40: taucht ihr auch dann irgendwie auf die steht bei einem Apotheker irgendwie im Schaufenster.

00:44:46: Was will man dann über Betro, über Mozart nachdenken?

00:44:50: Was hat er in einer Apotheke verloren.

00:44:52: Ja also so aber das ist diese auf eine bestimmte Art und Weise die richtige Demokratisierung indem sie So alle Menschen mitnimmt ja mit den unterschiedlichsten Vorstellungen davon.

00:45:09: Ich weiß nicht ob ein Apotheker der Meinung ist dass man mit einem Mozart Menschen in die Apothek gelocken kann oder will, aber all diese Gedanken sind legitim.

00:45:20: Ja?

00:45:21: Das finde ich lustig!

00:45:23: Also das ist ein Weltstar-Mozart und der würde überall funktionieren auch in New York.

00:45:30: Aber das ist ja eigentlich eine Idee die sehr viel damit zu tun hat dass man Menschen respektiert in dieser Beziehung einzugehen mit etwas was einen interessiert.

00:45:43: Jemand der sich für Musik interessiert Für den ist Mozart eigentlich was relativ normales.

00:45:51: Das ist ja anders wie bei Wagner beispielsweise, das hat eine Hybris da sie in einem Opernhaus nur Wagner gespielt werden darf.

00:46:01: Da merkt ihr schon den Ausschlusskriterium, was manche so erzeugen mit ihrer Hybrise und das zurückzunehmen.

00:46:13: Ein Genie, dass hier in Salzburg so eingebettet ist in die Kultur.

00:46:21: Ich glaube da ist das mein Satz nach der richtigen Antwort also damit umzugehen und diese Normalität herbei aber

00:46:30: handgreiflicher.".

00:46:31: Wenn Sie die Installation selbst erleben möchten?

00:46:34: Die goldenen Mozartfiguren sind noch bis zu den vergangenen Augusts im Mirabellgarten zu sehen und freuen sich über ihren Besuch!

00:46:42: Alle Informationen zur Installation finden Sie in den Show Notes.

00:46:45: Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, dann abonnieren sie Wir sind Mozart!

00:46:49: Empfehlen Sie den Podcast weiter und begleiten Sie uns auch auf den Social-Media-Kanälen der internationalen Stiftung Mozartium.

00:46:56: Ich bin Larissa Schütz.

00:46:58: Bis zum nächsten

00:47:05: Mal.

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